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06.03.26 | Jugend und Schule "Pflegefamilien brauchen selbst Halt, um Halt geben zu können"

Neue landeseinheitliche Standards stärken Pflegefamilien und fördern Teilhabe

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Münster wurden die neuen Standards vorgestellt.<br>Foto: LWL/ Andrine Schulte

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Münster wurden die neuen Standards vorgestellt.
Foto: LWL/ Andrine Schulte
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Münster (lwl). Pflegefamilien schaffen für Kinder mit Behinderung einen Ort, an dem Entwicklung möglich wird. Sie ermöglichen Teilhabe im Alltag - nicht abstrakt, sondern konkret, jeden Tag. Umso wichtiger ist es, dass Pflegeeltern die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. An genau dieser Stelle setzen die neuen landeseinheitlichen Leistungs-, Vergütungs- und Qualitätsstandards für die Beratung, Begleitung und Unterstützung von Pflegeverhältnissen in der Eingliederungshilfe an. Vereinbart wurden diese durch die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW (LAG FW NRW).

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 4. März in Münster haben LWL, LVR und die LAG FW NRW die neuen Standards vorgestellt und sind gemeinsam in die Umsetzung gestartet.

Unterstützung, die trägt
Die Vereinbarungen konkretisieren den Landesrahmenvertrag und sorgen erstmals dafür, dass Leistungen konsequent abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse gewährt werden. Neben regelmäßigen persönlichen Kontakten, Beratung und enger Abstimmung gehören auch qualifizierte Assistenzleistungen dazu. Diese werden passgenau auf die Kinder und die Situation der Pflegefamilien abgestimmt. Durch Information, Vorbereitung, Qualifizierung und fachliche Begleitung entstehen damit sichere Orte, an denen Kinder mit Behinderung aufwachsen und ihre Potenziale entfalten können. Zugleich wird die Gewinnung neuer Pflegefamilien gezielt gestärkt.

"Wir wissen: Pflegefamilien brauchen selbst Halt, um Halt geben zu können. Wir stehen ihnen zur Seite, weil gelingende Pflegeverhältnisse nicht nur vom Herzen, sondern auch von fachlicher Begleitung getragen werden", betont Kristina Klare, verantwortlich im LWL-Referat Soziale Teilhabe für Kinder und Jugendliche für Pflegefamilien.

Fachliche Begleitung für optimale Pflegverhältnisse
Die Beratungs- und Unterstützungsleistungen erbringen freie Träger. Sie sorgen für kontinuierliche Begleitung, entwickeln Schutz- und Krisenkonzepte und schaffen Räume für Austausch und gegenseitige Stärkung. Die LWL-Teilhabeplanung ermittelt gemeinsam mit allen Beteiligten den individuellen Unterstützungsbedarf und sorgt dafür, dass die vereinbarten Ziele verlässlich umgesetzt und weiterentwickelt werden - stets mit dem Fokus darauf, jedes Kind in seiner persönlichen Entwicklung zu fördern.

Mit den neuen landeseinheitlichen Standards setzen LWL, LVR und die LAG FW NRW ein klares Zeichen der Wertschätzung: "Pflegefamilien geben Kindern und Jugendlichen mit Behinderung Geborgenheit, Orientierung und die Chance, sich in einem geschützten familiären Umfeld zu entwickeln. Sie begleiten Therapien, bewältigen Krisen, feiern Fortschritte und halten auch dann stand, wenn der Alltag herausfordernd wird", so Klare. "Die neuen Standards würdigen dieses Engagement und schaffen verlässliche Unterstützungsstrukturen in ganz Nordrhein-Westfalen."

Pressekontakt

Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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