05.03.26 | Kultur Kirchenbau nach 1945 in Westfalen-Lippe
LWL legt Überblicksband vor
Die neue Publikation "Kirchenbau nach 1945".
Foto: LWL
"Über 1.300 Kirchen entstanden nach 1945 allein in Westfalen-Lippe", sagt LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens. "Bis heute sind diese Bauten Mittelpunkte des religiösen, sozialen und kulturellen Lebens. Gleichzeitig geraten sie immer stärker unter Druck."
Grundlage für die Publikation ist ein umfassendes Projekt, in dessen Rahmen LWL-Denkmalpfleger:innen alle nach 1945 gebauten evangelischen und katholischen Pfarr- und Filialkirchen in Westfalen-Lippe gesichtet und bewertet haben. Das NRW-Bauministerium hat das Projekt 2009 initiiert, die Denkmalfachämter der beiden Landschaftsverbände haben es in Westfalen-Lippe und im Rheinland durchgeführt.
"Die systematische Erfassung hat neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Entwicklung des Kirchenbaus geliefert. Zugleich hilft sie uns, bedeutende Bauten dieser Zeit zu erkennen und langfristig zu bewahren", sagt Dr. Michael Huyer, Leiter der Inventarisation beim LWL-Denkmalfachamt.
Auf 433 Seiten geben die Autoren Dr. Heinrich Otten, Dr. Knut Stegmann und Dr. Michael Huyer einen repräsentativen Überblick über die jüngere Kirchenbaugeschichte in Westfalen-Lippe. Sie zeigen, wie Faktoren wie Wirtschaftslage, Rohstoffverfügbarkeit, demografische Entwicklung und ein verändertes Verständnis von Kirche das Bauen nach 1945 prägten. Zentrale Themen - von neuen Bautypen über Gemeindezentren bis zu Licht und Ausstattung - werden anhand ausgewählter Beispiele anschaulich dargestellt, ergänzt durch 606 großformatige Abbildungen und neu gezeichnete Grundrisse.
Die Publikation ist in der Reihe "Arbeitshefte" des LWL-Denkmalfachamts erschienen und richtet sich sowohl an Fachleute aus Architektur, Planung und Denkmalpflege als auch an eine interessierte Öffentlichkeit und Engagierte in den Kirchengemeinden.
Die Publikation "Kirchenbau nach 1945" ist in gedruckter Form im Tecklenborg-Verlag erschienen (ISBN 978-3-949076-38-1). Zusätzlich steht sie auf der Website der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen sowie über die Universitätsbibliothek Münster kostenfrei als PDF zum Download zur Verfügung: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:6:2-2248398
Blick ins Buch "Kirchenbau nach 1945".
Foto: LWL
Freuen sich über das Erscheinen von "Kirchenbau nach 1945": Die Autoren Dr. Knut Stegmann (v.l.) und Dr. Michael Huyer mit LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens.
Foto: LWL
Münster, evangelische Erlöserkirche, 1949/50.
Foto: LWL/Hartwig Dülberg
Bottrop, katholische Kirche Heilig Kreuz, 1956/57.
Foto: LWL/Angelika Brockmann-Peschel
Gelsenkirchen-Erle, evangelische Thomaskirche, 1964/65.
Foto: LWL/Hartwig Dülberg
Bielefeld-Sennestadt, Evangelische Jesus-Christus-Kirche, 1963-66.
Foto: LWL/Angelika Brockmann-Peschel
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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