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27.02.26 | Kultur Textile Leidenschaft. 200 Jahre IBENA

Neue Ausstellung im LWL-Museum Textilwerk in Bocholt

Bei der Vorstellung der Ausstellung im Textilwerk: (v.l.) Museumsleiterin Valentina Vlašic, Anne Beckmann, Mitglied der Gründerfamilie von IBENA, Stephan Overbeck, Mitglied der Geschäftsleitung von IBENA, Dr. Kirsten Baumann, Direktorin der LWL-Museen für Industriekultur, Kuratorin Sophie-Maris Hoelge (IBENA), LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger und Kurator Martin Schmidt (LWL-Museum Textilwerk).<br>Foto: LWL / Philipp Harms

Bei der Vorstellung der Ausstellung im Textilwerk: (v.l.) Museumsleiterin Valentina Vlašic, Anne Beckmann, Mitglied der Gründerfamilie von IBENA, Stephan Overbeck, Mitglied der Geschäftsleitung von IBENA, Dr. Kirsten Baumann, Direktorin der LWL-Museen für Industriekultur, Kuratorin Sophie-Maris Hoelge (IBENA), LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger und Kurator Martin Schmidt (LWL-Museum Textilwerk).
Foto: LWL / Philipp Harms
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Bocholt (lwl). Seit fast zwei Jahrhunderten steht der Name IBENA für Textilien "Made in Westfalen". Eine neue Ausstellung im LWL-Museum Textilwerk in Bocholt erzählt die Geschichte eines der bedeutendsten familiengeführten Textilunternehmen der Region - und zugleich die Geschichte einer Branche im stetigen Wandel. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert die Schau mit dem Titel "Textile Leidenschaft. 200 Jahre IBENA" ab Sonntag (1.3.) in seinem Bocholter Museum für Industriekultur. Textilien, darunter der Original-Schutzanzug des Formel-1-Fahrers Kimi Räikkönen, Werkzeuge, Fotografien und Werbematerialien aus verschiedenen Zeiten, aber auch aktuelle Interviews mit Beschäftigen bieten Einblicke in die Welt der Textilproduktion früher und heute.

"Unsere Ausstellung erzählt die Firmengeschichte von IBENA - allerdings, wie es sich für ein gutes Museum gehört, nicht als isolierte Erfolgsstory, sondern eingebettet in gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen", erklärte Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin, am Donnerstag (26.2.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Bocholt.

"Industrialisierung, Rationalisierung, Weltkriege, Strukturwandel, Globalisierung - all das hat das Unternehmen geprägt. Krisen, Brände, internationale Expansionen, die fast existenzielle Insolvenz in den 2000er-Jahren - auch diese Kapitel gehören zur Geschichte. Gleichzeitig ist die Ausstellung in unserem Museum, das ja unmittelbar neben dem Stammsitz der IBENA liegt, ein Paradebeispiel für regionale Vernetzung, nachbarschaftliche Kooperation und im besten Sinne gelebte Industriekultur."

Hintergrund
IBENA ist ein international tätiges Textilunternehmen mit Sitz in Bocholt und Rhede, geführt in sechster Generation von der Familie Beckmann. Rund 300 Mitarbeitende produzieren jährlich aus 46 Millionen Kilometern Garn Stoffe - genug, um die Erde mehr als tausendmal zu umspannen. Bekannt ist IBENA für Heimtextilien wie Decken und Bettwäsche. Das zweite Standbein sind technische Textilien, etwa für den Einsatz bei der Feuerwehr oder in der Automobil-Industrie.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Ausgehend von handwerklicher Textilproduktion entwickelte sich das Unternehmen über Generationen zu einem modernen industriellen Betrieb. Dabei erzählt die Schau Firmengeschichte nicht isoliert, sondern bettet sie in gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Zusammenhänge ein. Rationalisierung, Strukturwandel und Globalisierung gehören ebenso dazu wie familiäre Konflikte, unternehmerische Risiken, Krisen und Neuanfänge. Historische Ereignisse wie die Industrialisierung des westlichen Münsterlands, die Zeit des Nationalsozialismus, internationale Expansionen oder der tiefgreifende Strukturwandel der Textilindustrie werden ebenso thematisiert wie aktuelle Fragen von Nachhaltigkeit, Qualität und Verantwortung.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf "Qualität" als Markenzeichen. Kurator Martin Schmidt vom LWL-Museum: "Schon früh setzten die Firmen der Familie Beckmann auf hochwertige Materialien, sorgfältige Verarbeitung und umfassende Qualitätskontrollen, um sich auf dem Markt zu behaupten. Wir zeigen in unserer Ausstellung, wie sich textile Materialien, Produktionsweisen und Prüftechniken im Laufe von 200 Jahren verändert haben und warum handwerkliches Können auch in hochautomatisierten Prozessen weiterhin eine zentrale Rolle spielt."

Ein weiterer Fokus der Schau gilt den technischen Textilien, die seit dem späten 19. Jahrhundert zur Spezialität der Region gehören. "IBENA entwickelte sich hier zu einem Innovationsmotor, der neue Fasern, Gewebe und Anwendungen erschloss - von Schutz- und Spezialtextilien bis hin zu maßgeschneiderten Lösungen für Industrie, Feuerwehr oder medizinische Bereiche", erläutert Kuratorin Sophie-Maris Hoelge. Auch die Themen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung nehmen einen breiten Raum ein. So habe IBENA früh auf Zertifizierungen, ökologische Standards und transparente Lieferketten gesetzt und Nachhaltigkeit als systematischen Prozess durch Produktentwicklung, Energieversorgung und Unternehmensführung etabliert, erklärt die Kuratorin weiter.

Nicht zuletzt rückt die Ausstellung die Menschen hinter den Textilien in den Fokus. Mitarbeitende, ihre Arbeitswelten und ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen werden ebenso sichtbar wie das bürgerschaftliche Engagement der Unternehmerfamilie in Bocholt und der Region. Historische Fotografien, persönliche Geschichten und Objekte aus dem Arbeitsalltag vermitteln, dass IBENA für viele weit mehr als ein Arbeitsplatz ist.

Eröffnung
Bei der Eröffnung am Freitag (27.2.) um 18 Uhr begrüßt Anneli Hegerfeld-Reckert, erste stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, die Gäste. In einer anschließenden Talkrunde mit den Kurator:innen Martin Schmidt und Sophie-Maris Hoelge geht es um die Geschichte der IBENA und Hintergründe der Ausstellung.

Textile Leidenschaft. 200 Jahre IBENA
1.3. - 1.11.2026
LWL-Museum Textilwerk | Spinnerei in Bocholt
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr
https://www.textilwerk.lwl.org

Kleider und Objekte aus 200 Jahren ermöglichen in der Ausstellung eine zeitliche Einordnung der Firmengeschichte.<br>Foto: LWL / Philipp Harms

Kleider und Objekte aus 200 Jahren ermöglichen in der Ausstellung eine zeitliche Einordnung der Firmengeschichte.
Foto: LWL / Philipp Harms

Galerie der ehemaligen Geschäftsführer des Unternehmens. Über das Telefon auf dem Pult im Vordergrund können Gäste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IBENA "anrufen" und hören, was sie über ihre Arbeit und die Firma zu erzählen haben.<br>Foto: LWL / Philipp Harms

Galerie der ehemaligen Geschäftsführer des Unternehmens. Über das Telefon auf dem Pult im Vordergrund können Gäste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IBENA "anrufen" und hören, was sie über ihre Arbeit und die Firma zu erzählen haben.
Foto: LWL / Philipp Harms

Flauschige Decken zeigen Designs aus verschiedenen Jahrzehnten und laden zum Anfassen ein.<br>Foto: LWL / Philipp Harms

Flauschige Decken zeigen Designs aus verschiedenen Jahrzehnten und laden zum Anfassen ein.
Foto: LWL / Philipp Harms

Eine Spezialität der IBENA sind technische Textilien wie diese Feuerwehr-Schutzkleidung.<br>Foto: LWL / Philipp Harms

Eine Spezialität der IBENA sind technische Textilien wie diese Feuerwehr-Schutzkleidung.
Foto: LWL / Philipp Harms

Der Original-Anzug des Formel-1-Fahrers Kimi Räikkönen, hergestellt aus speziellem Protect-Material von IBENA, gehört zu den Glanzsstücken der Schau.<br>Foto: LWL / Philipp Harms

Der Original-Anzug des Formel-1-Fahrers Kimi Räikkönen, hergestellt aus speziellem Protect-Material von IBENA, gehört zu den Glanzsstücken der Schau.
Foto: LWL / Philipp Harms

Museum trifft Firmengeschichte: Zum IBENA-Jubiläum wurden auf den historischen Webstühlen des Textilwerks spezielle Grubentücher gewebt.<br>Foto: LWL / Philipp Harms

Museum trifft Firmengeschichte: Zum IBENA-Jubiläum wurden auf den historischen Webstühlen des Textilwerks spezielle Grubentücher gewebt.
Foto: LWL / Philipp Harms

Pressekontakt

Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

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Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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