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27.02.26 | Psychiatrie Großer Zuspruch bei Auftaktveranstaltung der Gesundheitsgespräche im Gütersloher LWL-Zentrum für Altersmedizin

Bernd Meißnest, Chefarzt der Gerontopsychiatrie und des LWL-Zentrums für Altersmedizin, spricht über den Umgang mit Demenz.<br>Foto: LWL/Dresmann

Bernd Meißnest, Chefarzt der Gerontopsychiatrie und des LWL-Zentrums für Altersmedizin, spricht über den Umgang mit Demenz.
Foto: LWL/Dresmann
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Gütersloh (lwl). Mit großem Zuspruch begann jetzt die neue Vortragsreihe der Gesundheitsgespräche im LWL-Zentrum für Altersmedizin in Gütersloh. Im Fokus stand dabei das Thema Demenz aus neurologischer und gerontopsychiatrischer Sicht. Mehr als 60 Interessierte besuchten den ersten von fünf Vorträgen zu Themen rund um das Älterwerden. Bei der Auftaktveranstaltung widmeten sich Dr. Alina Butnaru, kommissarische Chefärztin der Neurologie, sowie Bernd Meißnest, Chefarzt der Gerontopsychiatrie, dem großen Bereich der demenziellen Erkrankungen. Die Besucherinnen und Besucher erhielten sowohl tiefe Einblicke in neurologische Prozesse der Erkrankung, als auch ein Verständnis für die Diagnostik und Behandlung.

"Eine Demenz kann jeden Menschen treffen und ist immer unterschiedlich. Auch die Verbreitung einer demenziellen Erkrankung nimmt stark zu, der demographische Wandel hin zu einer Gesellschaft, die immer älter wird, trägt verstärkend dazu bei", sagt Butnaru in ihrem Vortrag. Zudem stellt sie klar: "Eine Demenz betrifft nicht nur das Gedächtnis. Es sind zahlreiche Beschwerden auf neuronaler Ebene. Es kann die Sprachfähigkeit, die Konzentration, das Urteilsvermögen sowie das Denken als Solches betreffen und hat damit Einfluss auf sämtliche Lebensbereiche der erkrankten Person sowie deren Angehörige."

Meißnest stellte in seinem Vortrag die gerontopsychiatrischen Aspekte von Demenz in den Mittelpunkt. Dabei betonte er, dass eine Demenzdiagnose keineswegs das sofortige Ende von Selbstständigkeit und Lebensqualität bedeutet: "Auch mit einer demenziellen Erkrankung können Betroffene noch über Jahre aktiv am Leben teilnehmen. Entscheidend ist, vorhandene Ressourcen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu fördern."

Gleichzeitig wies er auf ein häufig unterschätztes Problem hin: Mit zunehmendem Alter, insbesondere bei fortschreitender Demenz, werden regelmäßige Arztkontakte weniger. "Das wirkt sich negativ auf den Krankheitsverlauf aus. Umso wichtiger ist eine kontinuierliche, engmaschige Betreuung." Genau hier setzt das LWL-Zentrum für Altersmedizin an. Patientinnen und Patienten profitieren von einer umfassenden Diagnostik sowie einer fachübergreifenden, individuell abgestimmten Behandlung. "Von Innerer Medizin über Neurologie und Geriatrie bis hin zur Gerontopsychiatrie arbeiten bei uns alle relevanten Fachbereiche eng zusammen und das alles unter einem Dach. Diese Verzahnung besteht nicht nur innerhalb der Klinik, sondern auch nach außen mit dem gesamten Versorgungsnetz", führt Meißnest aus.

Demenz geht häufig mit weiteren Erkrankungen einher, wie etwa Depressionen oder körperlichen Verletzungen durch Orientierungsverlust. Im Zentrum für Altersmedizin werden diese komplexen Zusammenhänge im multiprofessionellen Team ganzheitlich betrachtet und behandelt. "So entsteht eine patientennahe Versorgung, kompetent, strukturiert und die Fähigkeiten des jeweiligen Menschen im Blick", so Bernd Meißnest abschließend.

Die Resonanz der Besucherinnen und Besucher war durchweg positiv. Viele sicherten bereits ihre Teilnahme an weiteren Vorträgen zu. Der nächste Vortrag mit dem Thema: "Warum wird im Alter die Bewegung schwieriger und das Laufen schlechter? Und was hilft?" findet am 15. April ab 17 Uhr statt. Veranstaltungsort ist jeweils die Gerontopsychiatrische Tagesklinik, Haus 07, EG, Buxelstraße 50, 33334 Gütersloh. Der Zugang über den großen Parkplatz an der Buxelstraße ist barrierefrei möglich.

Programm:
15.04.2026 | 17 Uhr - 18 Uhr

Warum wird im Alter die Bewegung schwieriger und das Laufen schlechter? Und was hilft?
Dr. medic Alina Butnaru | Chefärztin Neurologie

17.06.2026 | 17 Uhr - 18Uhr
Sturzprävention und Reduktion von Sturzangst - Was können wir tun?
(Bringen Sie bitte sportliche Kleidung mit)
Katja Veldboer | ANP
Lisa Damian | Gesundheits- und Krankenpflegerin

16.09.2026 | 17 Uhr - 18Uhr
Eine Frage der Haltung - Gesundheit und Lebensfreude im Alter
Bernd Meißnest | Chefarzt Gerontopsychiatrie

18.11.2026 | 17 Uhr - 18Uhr
Ätherische Öle in der Erkältungszeit - Wie kann ich mit Aromapflege Symptome ganzheitlich lindern und das Wohlbefinden fördern?
Bärbel Dreisewerd | Aromaexpertin

Pressekontakt

Anna Brockmeyer, LWL-Klinikum Gütersloh, Telefon 0151-21845693, annacelina.brockmeyer@lwl.org und Christian Dresmann, LWL-Klinikum Gütersloh, Telefon 0173-6256489, christian.dresmann@lwl.org und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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