24.02.26 | Kultur Familiensonntag, Schau-Schmiede und Lange Museumsnacht
Der März im LWL-Museum für Archäologie und Kultur
In der Schau-Schmiede können Besuchende Multurvermittler und Schmied Timo Reichelt über die Schulter schauen.
Foto: LWL / P. Schmidt-Jülich
"Mit vollem Mund die Füße aufm Tisch" heißt es am Familiensonntag (1.3.) im LWL-Museum für Archäologie und Kultur. Um 13 Uhr und 15 Uhr erfahren Kinder und Jugendliche von acht bis zwölf Jahren in der Spezial-Führung, wie früher gegessen wurde. Im anschließenden Servietten-Workshop lernen sie Techniken, mit denen sie ihre Eltern beim nächsten Sonntagsfrühstück beeindrucken können.
"Benehmen ist Glücksache"? Wie man sich zu Tisch richtig benimmt, hängt vor allen Dingen davon ab, wo und mit wem man isst. Die Teilnehmenden machen eine kleine (Zeit-)Reise um die Welt und erfahren, wo ein "Bäuerchen" zum guten Ton gehört und mit wem man besser nicht den Becher teilt. Wie es darüber hinaus gelingt, eine Tischgesellschaft zu beeindrucken, erfahren die Teilnehmenden im anschließenden Servietten-Workshop.
Während die Kinder die Sonderausstellung "Mahlzeit" bei der Spezial-Führung und dem Workshop erkunden, erwarten die Eltern zwei öffentliche Führungen durch die Sonder- und Dauerausstellung.
Die öffentliche Führung "gesucht. gefunden. ausgegraben." durch die Dauerausstellung steht an allen Sonntagen im März (1., 8., 15., 22., und 29.3.) um 13 Uhr auf dem Programm. Bei dem Rundgang folgen Besuchende in einer nachgestalteten Ausgrabung den Spuren der Menschen in Westfalen. Neben zahlreichen Funden erwartet sie beispielsweise der in Mitteleuropa einmalige, bekannte Faustkeil aus Mammutknochen, der Schmuck der Damen von Ilse als eine der geheimnisvollsten Entdeckungen aus der Eisenzeit sowie das mit Beigaben ausgestattete Grab des Fürsten von Beckum.
Die Spezial-Führung durch die Sonderausstellung "Mahlzeit" am Weltfrauentag (8.3.) legt den Schwerpunkt auf Frauen und Ess- bzw. Trinkkultur. Welche Rolle kam Frauen beim griechischen Symposion zu? Warum bekamen Mädchen ein Puppenhaus und Jungen in der frühen Neuzeit Zinnsoldaten? Was steckt hinter dem Gewinn der Frauen-Fußball-Nationalmannschaft zu ihrem EM-Sieg 1989? Eine Führung nicht nur für Frauen.
Am Sonntag (1., 15., 22. und 29.3.) um 15 Uhr erwartet Besuchende des LWL-Museums für Archäologie und Kultur die öffentliche Führung "Mahlzeit" durch die gleichnamige Sonderausstellung. Gemeinsames Essen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit, dem familiären Abendessen oder der gemeinsamen Mittagspause - überall offenbaren sich Fragen: Wer sitzt wo? Wer bekommt das beste Stück? Welche Rituale bestimmen das gemeinsame Mahl? Und was verrät das alles über Macht, Zugehörigkeit, gesellschaftlichen Wandel und vor allem Kultur?
Von opulenten Festtafeln und rituellen Speisungen bis hin zu den Herausforderungen unserer Zeit - schnelle Snacks, digitale Ablenkung und der scheinbare Verlust gemeinsamer Rituale - zeigt diese Ausstellung, wie Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff wirkt. Mit einem Blick auf über 300 Exponate und Geschichten lädt "Mahlzeit!" dazu ein, die kulturelle Dimension des Essens neu zu entdecken. Eine Reise durch die Welt des gemeinsamen Speisens.
Das Kreativseminar "Bunte Pracht - Glasperlen selbst gemacht" am Samstag (7.3.) gibt Einblicke in die 3.500 Jahre alte Kunst der Glasherstellung. Wie kommt eine Glasperle zu ihrer Form und wie erhält sie ihre Farbe? Antworten auf diese Fragen und die Möglichkeit zum Ausprobieren bietet der Workshop im LWL-Museum für Archäologie und Kultur. Von 13 bis 17 Uhr haben Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren die Möglichkeit, die Technik des Glasperlenwickelns mit dem Bunsenbrenner zu erlernen. Am Ende der Veranstaltung können die Teilnehmenden ihre selbst gefertigten Glasperlen mit nach Hause nehmen - für sich selbst oder als Geschenk.
Die Kosten für das Seminar betragen 45 Euro pro Person, inklusive Material und zuzüglich des Museumseintritts. Das Seminar richtet sich an Anfänger:innen. Um Anmeldung wird gebeten unter: 02323-94628-24.
In der "Schau-Schmiede" haben junge und erwachsene Besucher:innen am Sonntag (15.3.) von 12 bis 17 Uhr erstmalig die Gelegenheit, dem Museumsschmied Timo Haken über die Schulter zu schauen. Mit Hammer, Amboss und inmitten von Esse-Funken schmiedet Haken, Schwerter oder kleinste Glieder für ein Kettenhemd. Während der Schmiede-Vorführung besteht auch die Möglichkeit, dem Schmied Fragen zu stellen. Das Angebot ist kostenlos. Die Vorführung findet im Innenhof des Museums statt.
Am Sonntag (15.3.) um 14 Uhr geht es "Mit dem Spielmann durch die Zeiten". Abenteuerliche und amüsante Geschichten, die sich um die Vergangenheit Westfalens und ihre archäologischen Funde ranken, bilden den Inhalt der musikalischen Führung mit Spielmann Michel. Der zeitreisende Musikus geht mit Witz und Musikalität, mit Liedern, Texten und Klangbeispielen den Fragen nach: Wie klang die Musik der Neandertaler und wieso geht die Musik von Carlos Santana auf das Alte Griechenland zurück?
Beim öffentlichen Vortrag "Wenn Trimalchio zu Tisch bittet - Esskultur bei den Römern" am Donnerstag (19.3.) um 19 Uhr veranschaulicht Dr. Josef Mühlenbrock, Leiter des LWL-Römermuseums in Haltern am See, was bei den Römer:innen auf den Tisch kam. "Dank der archäologischen Funde können wir heute die Versorgungsmöglichkeiten im Römerlager rekonstruieren", so Mühlenbrock. "Sie verraten, dass nicht nur einfacher Brei aus Weizenmehl, das Hauptnahrungsmittel eines Legionärs, im Lager gegessen wurde, sondern zumindest bei den höheren Dienstgraden durchaus auch Luxusgüter auf den Tisch kamen." Und wie sahen die Essgewohnheiten der Oberschicht aus? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum des kostenlosen Vortrags, der live auf dem YouTube-Kanal des LWL-Museums für Archäologie und Kultur zu sehen ist. Begleitet wird der Vortrag von Marianne Gorissen, die in römischer Gewandung aus dem sogenannten "Gastmahl des Trimalchon" von Petronius liest.
Am Freitag (27.3.) von 18 bis 24 Uhr findet mit der "Langen Nacht der Mahlzeit" ein Höhepunkt des Jahresprogramms statt. Neben speziellen Programmen zur Sonderausstellung, wie Führungen und Workshops, stehen Musik, Mitmachangebote und kulinarische Höhepunkte auf dem Programm. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.
Der erste Programmpunkt der Langen Museumsnacht ist von 18 bis 20 Uhr die "Schnuppergrabung im Grabungscamp". Hier erwartet Erwachsene und Kinder ab acht Jahren eine unerschlossene Grabungslandschaft, die es archäologisch zu bearbeiten gilt. Mit echten Grabungswerkzeugen legen sie Schritt für Schritt Funde und Befunde frei, die ihnen unter anderem das Mittelalter, die römische Kaiserzeit oder auch die Jungsteinzeit direkt vor Augen führen. Sämtliche Arbeitsschritte werden im Team erledigt: Familien werden zu Forschergruppen, Freund:innen zu Grabungsteams und jede:r Einzelne zum/zur Archäolog:in für einen Tag. Der Eintritt ist frei.
Mit den Speedos ist eine der "aktivsten Bands in Deutschland" zu Gast. Sie begrüßt die Besuchenden im Foyer mit Liedern aus einem großen Repertoire. Passend zur Sonderausstellung "Mahlzeit" liefern Spielmann Michael und Andreas Niggemeier ein exklusives Programm zwischen Candlelight Dinner und sinnloser Völlerei. Das Trio Ei-Der-Daus nimmt sich speziell der Trinklieder-Kultur an. Im Zentrum der Sonderausstellung stellt das Trio Liedgut vor, wie es vor rund 150 Jahren bei Bier und Wein gesungen wurde.
Den ganzen Abend über bieten Führungen einen Überblick zur Geschichte des gemeinsamen Essens und zum Leben der Menschen in den vergangenen 250.000 Jahren. Ein besonderer Höhepunkt: die "Malocher-Führung" mit Timo Reichelt. Wenn Reichelt nicht gerade mit seinem gewohnt lockeren Ruhrpott-Mundwerk durch die Ausstellung führt, lässt er die Funken fliegen - draußen an der Schau-Schmiede. Sicherlich ist die Schmiede auch ein spektakuläres Fotomotiv für alle Cosplayer, die das LWL-Museum für Archäologie und Kultur an diesem Abend einlädt. Egal, ob aus dem Star-Wars-Universum, der Disney-Märchenwelt oder dem weiten Anime-Kosmos: Jede Figur ist willkommen.
Die jüngeren Nachtschwärmer lädt der Keramik-Künstler Thomas Benirschke ein, mit ihm vierhändig zu zaubern. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Geschirrteil, das jede:r "Zauberer:in" mit nach Hause nehmen darf.
Neben Geschirr geht es in der Sonderausstellung "Mahlzeit!" auch um Besteck. Besuchende erleben selbst, dass Löffel, Gabel und Messer nicht nur hervorragende Werkzeuge zum Essen sind, sondern auch zu kreativen Schmuckstücken werden können.
Wer sich den ganzen Abend mit dem Thema "Mahlzeit" umgibt, wird natürlich hungrig. Wie Kaiser Augustus auf dem Ausstellungsplakat, so dürfen sich auch die Besuchende auf italienische Küche mit Pizza und Eis freuen. Im Museumscafé kümmert sich der Förderverein um den Ausschank von Getränken.
Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch
Die öffentlichen Führungen sind kostenlos. Zu zahlen ist nur der Museumseintritt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind kostenfrei.
Alle Termine im Überblick
So, 01.03.
"Mit vollem Mund die Füße aufm Tisch" - Familiensonntag mit Programm für Kindern ab acht Jahren, 13 Uhr und 15 Uhr
"gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
"Mahlzeit" - Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr
Sa, 07.03.
"Bunte Pracht - Glasperlen selbst gemacht für Anfänger:innen" - Kreativseminar für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren, 13 bis 17 Uhr
So, 08.03.
"gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
"Mahlzeit Spezial" - Sonderführung zum Internationalen Frauentag, 15 Uhr
So, 15.03.
"Schau-Schmiede" - Schmiede-Vorführung mit Museumsschmied Timo, 12 bis 17 Uhr
"gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
"Mit dem Spielmann durch die Zeiten" - Musikalische Führung durch die Dauerausstellung, 14 Uhr
"Mahlzeit" - Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr
Do, 19.03.
"Wenn Trimalchio zu Tisch bittet - Esskultur bei den Römern" - Öffentlicher Vortrag von Marianne Gorissen und Dr. Josef Mühlenbrok, 19 Uhr
So, 22.03.
"gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
"Mahlzeit" - Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr
Fr, 27.03.
"Schnuppergrabung im Grabungscamp" - Mitmachausgrabung für Kinder ab acht Jahren, 18 bis 20 Uhr
"Lange Nacht der Mahlzeit" - Lange Museumsnacht, Eintritt frei, 18 bis 24 Uhr
So, 29.03.
"gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
"Mahlzeit" - Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr
Mehr Infos: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de
LWL-Museum für Archäologie und Kultur, Europaplatz 1, 44623 Herne, Tel. 02323 94628-0
Eine Schnuppergrabung erwartet Besuchende bei der Langen Museumsnacht (27.3.).
Foto: LWL / C. Kniel
Am Familiensonntag erwartet Erwachsene und Kinder ein spezielles Programm mit Führungen und einem Servietten-Workshop.
Foto: LWL / M. Hömberg
Am Weltfrauentag (8.3.) führt eine Spezialführung Besuchende zum Preis für den Gewinn der Frauen-WM 1989: ein Service von Villeroy & Boch.
Foto: LWL / M. Hömberg
Auch Cosplayer sind herzlich eingeladen zu Langens Museumsnacht.
Foto: LWL / M. Hömberg
Pressekontakt
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504
LWL-Museum für Archäologie und Kultur Herne
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Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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