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18.02.26 | Kultur LWL präsentiert Wort des Monats

"Fenien" ist Gift

Bei vielen Substanzen entscheidet die Dosis darüber, ob etwas als "fenien" gilt. <br>Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen

Bei vielen Substanzen entscheidet die Dosis darüber, ob etwas als "fenien" gilt.
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Westfalen (lwl). Das Plattdeutsche Wort "Fenien" bedeutet "Gift". Woher das Wort stammt und in welchen Zusammenhängen es verwendet wird, wissen die Sprachwissenschaftler:innen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Auf Plattdeutsch heißt es etwa: "Een, twee is Medzien, drei, veer is Fenien". Diese Aussage wird über das Schnapstrinken gemacht und bedeutet etwa: "Ein, zwei ist Medizin, drei, vier ist Gift".

"'Fenien' geht auf das lateinische Wort 'venenum' zurück, mit dem ursprünglich der Liebestrank gemeint ist und das zur römischen Liebesgöttin 'Venus' gehört", erklärt Dr. Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. Das Wort ist über das Französische ("venin") und das Niederländische ("venijn") ins Plattdeutsche gelangt.

Auch menschliche Eigenschaften werden mit "Fenien" in Verbindung gebracht, wie die Bosheit. In Minden-Hahlen beispielsweise sagt man: "Däi Kerl sitt vuller Fenien" und meint damit etwa: "der Kerl ist voller Bosheit". Im münsterländischen Dülmen heißt es: "de Augen glaiht öm in'n Kopp von Fenien". Das bedeutet "die Augen glühen ihm im Kopf vor lauter Bosheit".

Mit dem Wort können aber auch Energie und Schaffenskraft bezeichnet werden. Zum Beispiel in dem Satz "Daor sitt noch wall Fenien achter" ("der/die hat noch Energie"). Denkler schlussfolgert: "Man sieht auch hier: Die Dosis macht das Gift!"

Pressekontakt

Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

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