13.02.26 | Kultur Kostenloser Vortrag im LWL-Museum
Kaffee als Mittel der Revolution
Roland Linde ist freiberuflicher Historiker und Publizist.
Foto: DGUF, Daniel Stotzka
Politische Kontrolle durch Verbote war schon im 18. Jahrhundert weit verbreitet. Für die Obrigkeit war der zunehmende Kaffeekonsum der einfachen Bevölkerung ein Dorn im Auge, und so wurden in vielen Städten strenge Regeln erlassen. Doch was trieb die Fürsten dazu, das Kaffeetrinken zu untersagen? Und warum entwickelte sich ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Behörden und den Kaffeetrinker:innen?
Im Jahr 1781 kam es in Paderborn sogar zu einem Bürgeraufstand gegen das Kaffeeverbot, der als "Kaffeelärm" in die Geschichte eingegangen ist. Was davon Legende ist, will der Vortrag im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) deutlich machen. Er führt zurück in eine Zeit des Umbruchs und beleuchtet das Widerstandspotential, das einem einfachen Getränk innewohnen kann - kurz vor der Französischen Revolution.
Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe des Fördervereins LWL-Museum für Archäologie und Kultur zu aktuellen Sonderausstellungen, archäologischen Themen, zur Geschichte der Region Westfalen und zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um die Archäologie. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Für Interessierte, die nicht vor Ort sein können, wird der Vortrag live über den YouTube-Kanal des Museums im Internet übertragen. Im Anschluss bleibt der Vortrag dauerhaft online verfügbar unter:
https://www.youtube.com/user/LWLLandesmuseumHerne
Hintergrund: Sonderausstellung "Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet" vom 3.10.2025 bis 13.9.2026 im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne
Gemeinsames Essen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit, dem familiären Abendessen oder der gemeinsamen Mittagspause - überall offenbaren sich Fragen: Wer sitzt wo? Wer bekommt das beste Stück? Welche Rituale bestimmen das gemeinsame Mahl? Und was verrät das alles über Macht, Zugehörigkeit, gesellschaftlichen Wandel und vor allem Kultur?
Von opulenten Festtafeln und rituellen Speisungen bis hin zu den Herausforderungen der Gegenwart - schnelle Snacks, digitale Ablenkung und der scheinbare Verlust gemeinsamer Rituale - zeigt die neue Sonderausstellung "Mahlzeit!", wie Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff funktioniert.
Mit einem Blick auf mehr als 300 Exponate und Geschichten lädt das LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne bis 13. September dazu ein, die kulturelle Dimension des Essens neu zu entdecken.
Gefördert durch die LWL-Kulturstiftung
Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch
Die öffentlichen Führungen sind kostenlos. Zu zahlen ist nur der Museumseintritt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind kostenfrei. Mehr Informationen finden Sie unter: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de/de/ihr-besuch/offnungszeiten-preise-anfahrt/
Mehr Infos: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de
"Die Kaffeeriecher" (erschienen in der Zeitschrift "Die Gartenlaube" von 1892, nach einem Gemälde von L. Katzenstein) erschnüffelten und konfiszierten unter Friedrich dem Großen in den 1780er-Jahren illegal nach Preußen eingeführten Kaffee.
Scan: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Die_Gartenlaube_(1892)_b_257.jpg#/media/File:Die_Gartenlaube_(1892)_b_257.jpg
Kaffeekrieg oder Kaffeelärm 1777, von Adolf Oberländer (1878)
Scan: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fb69/0188/image,info
Pressekontakt
Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
LWL-Museum für Archäologie und Kultur Herne
Westfälisches LandesmuseumEuropaplatz 1 44623 Herne Karte und Routenplaner
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
Zu allen Pressemitteilungen des LWL Zu allen Pressemitteilungen dieser LWL-Einrichtung