12.02.26 | Kultur Kultur ohne Grenzen
Wanderausstellung zur Trichterbecherkultur jetzt im Forum Altes Rathaus Borken
Flexible Module an ungewöhnlichen Orten, hier im Restaurant in Weerselo.
Foto: LWL/L. Kopner
Die Trichterbecherkultur, die für ihre Megalithgräber (Großsteingräber) bekannt ist, erstreckte sich zwischen 4000 und 2700 v. Chr. von den Niederlanden bis zur westlichen Ukraine. Diese Kultur verdankt ihren Namen dem damaligen Keramikstil, den Trichterbechern. Archäologisch gesehen gibt es bei dieser Kultur keine Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland, aber moderne Grenzen können die archäologische Zusammenarbeit einschränken.
Die Ausstellung mit acht Modulen soll niedrigschwellig das gemeinsame kulturelle Erbe sowie die Ähnlichkeit der damaligen mit den heutigen Menschen vermitteln. Alternativ zu einem einfachen Rundgang können die Besuchenden einen QR-Code scannen und im Internet eine Geschichte verfolgen, die auf einer von der 15-jährigen Ines gefundenen Keramikscherbe basiert.
Zentrales Element der Ausstellung ist ein bodennahes Schaufenster mit Waldboden, auf dem sich bei genauerem Hinsehen Keramikscherben der Trichterbecherkultur erkennen lassen. In Kombination mit Schaukästen zum Alltag der Trichterbecher-Menschen soll so erkennbar werden, wie viele Informationen sich anhand zunächst unscheinbarer Hinterlassenschaften auch heute noch über vergangene Gesellschaften ableiten lassen.
Hintergrund
Seit Oktober 2023 läuft das Interreg-Projekt "Trichterbecher bringen Europa den Bürgern näher", das die Provinzen Overijssel und Gelderland, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Universität Groningen (RUG) tragen. Ziel des Projektes ist die Zusammenarbeit im Bereich des gemeinsamen kulturellen Erbes und damit die Stärkung des Bewusstseins der Bürger:innen für die gemeinsame Kultur und Identität in der niederländisch-deutschen Grenzregion. Das Wissen über die Trichterbecherkultur wird mit Hilfe eines Buches, einer Wanderausstellung und einer Abschlussveranstaltung zugänglich gemacht.
Stationen in Deutschland
Nach ihrer Tour durch verschiedene Städte in den Niederlanden und die münsterländische Gemeinde Heek folgen zwei weitere Stationen in Deutschland. Für die Wanderausstellung geht es noch nach Borken (13.2. bis 19.3.2026) und Gronau (27.3 bis 15.5.2026). Die letzte Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung haben Interessierte bei der Abschlussveranstaltung, dem Trichterbecher-Festival, am 30.5. an der Gronauer Waldbühne.
Öffnungszeiten des FARB:
Montag: geschlossen
Dienstag: 10-17 Uhr
Mittwoch: 10-17 Uhr
Donnerstag: 10-18 Uhr
Freitag: 10-17 Uhr
Samstag: 10-17 Uhr
Sonntag: 14-18 Uhr
https://trichterbecher.eu/.
Die via QR-Code abrufbare Geschichte basiert auf einer von der 15-jährigen Ines gefundenen Keramikscherbe.
Grafik: overijsselacademie/K. Dinkla
Bei Bedarf können die Nutzer:innen noch weitergehende Informationen abfragen.
Grafik: overijsselacademie/K. Dinkla
Pressekontakt
Dr. Julia Großekathöfer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591- 8946 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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