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11.02.26 | Kultur "Damals in der DDR"

Film-Fortbildung lädt zur Auseinandersetzung mit ostdeutschen Klischees ein

Die Fortbildung "Damals in der DDR" beschäftigt sich damit, wie Filme Klischees prägen und wie man diese im Unterricht hinterfragen kann.<br>Foto: Folus-Film

Die Fortbildung "Damals in der DDR" beschäftigt sich damit, wie Filme Klischees prägen und wie man diese im Unterricht hinterfragen kann.
Foto: Folus-Film
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Münster (lwl). Wie Filme geschichtliche Klischees prägen und wie man diese im Unterricht hinterfragen kann, das thematisiert eine Fortbildung für Lehrkräfte, die am 6. März im LWL-Medienzentrum für Westfalen stattfindet.

Zwischen Stasi-Terror und Ostalgie bewegen sich die Klischees, die nach dem Fall der Mauer das öffentliche Bild vom Leben in der DDR und der Nachwendezeit prägten. Verantwortlich dafür waren nicht zuletzt zahlreiche Spielfilme und Serien, die bis heute wirken. In ihnen wird die komplexe und widersprüchliche Lebenswirklichkeit in Ostdeutschland häufig auf bestimmte Themen und Genres verengt und reduziert. Dazu zählt etwa die Fokussierung auf die Staatssicherheit ("Das Leben der Anderen"), dramatische Fluchtgeschichten ("Ballon"), Familiendramen (wie die TV-Serie "Weißensee") oder Komödien ("Sonnenallee" oder "Good Bye, Lenin!"). Viele der genannten Filme werden gern in der Schule eingesetzt, um Schülerinnen und Schülern von heute möglichst anschaulich zu vermitteln, "wie das Leben in der DDR wirklich war". Der Einsatz der Filme setzt jedoch eine kritische Reflexion der darin vermittelten Bilder vom Alltag in der DDR und vom Aufwachsen "im Osten" voraus.

Die ganztägige Fortbildung mit dem Titel "Damals in der DDR: Zwischen Staatssicherheit und Ostalgie?" bietet hierfür eine Grundlage und ermöglicht - auf Basis von Filmausschnitten und Fallbeispielen - die gemeinsame Entwicklung von Methoden, um Klischees zu hinterfragen und mit anderen filmischen Quellen (u.a. aus der DDR) abzugleichen. Die Fortbildung beinhaltet neben dem Fokus auf Stereotype über "den Osten" auch eine Reflexion über filmische Klischees über "den Westen" und einen praktischen Infoblock zum generellen Einsatz von Film im Unterricht.

Die gemeinsame Veranstaltung von "Vision Kino" in Kooperation mit "Film+Schule NRW" und der Bundeszentrale für politische Bildung im Rahmen der Schulkino-Wochen NRW findet am 6. März von 9 bis 16 Uhr im LWL-Medienzentrum für Westfalen in Münster statt. Sie wird geleitet von Luc-Carolin Ziemann, Filmvermittlerin und freie Kuratorin, Autorin von Filmheften und Begleitmaterialien, Mitglied der Auswahlkommission beim Filmfestival DOK Leipzig und Referentin in der Fortbildung für Pädagog:innen und Multiplikator:innen.

Die Fortbildung ist kostenlos und zur Anmeldung genügt eine kurze Mail an schulkinowochen@lwl.org.

Pressekontakt

Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

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