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09.02.26 | Kultur Ein Tanz mit Schatten

Kunstwerke des Monats Februar im LWL-Museum für Kunst und Kultur

Das Kunstwerk des Monats Februar ist Jan Josef Horemans (1714-1792) Ölgemälde "Tanz des Harlekins" (1757). <br>Foto: LWL / Hanna Neander

Das Kunstwerk des Monats Februar ist Jan Josef Horemans (1714-1792) Ölgemälde "Tanz des Harlekins" (1757).
Foto: LWL / Hanna Neander
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Münster (lwl). Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster präsentiert als Kunstwerke des Monats Februar die zwei Gemälde "Tanz des Harlekins" und "Galante Späße" von Jan Josef Horemans dem Jüngeren. Die im Jahre 1757 geschaffenen Ölgemälde geben Einblicke in die Wertvorstellungen seiner Zeit und wirft Fragen über die Schattenseiten der abgebildeten fröhlichen Gesellschaft auf.

Nicht vieles ist über das Leben des flämischen Künstlers Horemans d. J. (1714-1792) bekannt. Geboren in eine Malerfamilie in Antwerpen, wurde er durch seinen gleichnamigen Vater unterrichtet. Gemeinsam produzierten sie eine Reihe von Werken, wie sie typischerweise die Häuser des Adels oder vermögender Bürger:innen schmückten. In ihnen spiegelte sich meist eine moralische Haltung wider: Tugenden sollten gelobt, vor Lastern gewarnt werden.

Der "Tanz des Harlekins" sowie das im gleichen Jahr geschaffene Werk "Galante Späße" zeigen eine fröhliche Gesellschaft, also eine gesellige Szene, die ein beliebtes Motiv niederländischer Werke des 18. Jahrhunderts darstellte. Beide Gemälde verbindet die Figur des Harlekins, ein wiederkehrender Charakter des italienischen Volkstheaters, der "Commedia dell'arte". Der maskierte und in bunten Farben gekleidete Harlekin tritt als listiger Diener auf, der mit Witz und Streichen Liebesgeschichten durcheinanderbringt. Horemans zeigt in seinen Bildern womöglich Mitglieder einer Schauspieltruppe in einem Nebeneinander von Tanz, Musik und Erotik.

Was frühere Betrachter:innen als reizvoll empfanden, betrachten die Fachleute im LWL-Museum heute mit einem kritischeren Blick: Die vermeintlich vergnüglichen Szenen zeigen unter anderem das aufdringliche Verhalten männlicher Figuren gegenüber einer jungen Frau. Dies wirft Fragen zu der Selbstbestimmung der Frau im 18. Jahrhundert auf.

Am Langen Freitag (13.2.) findet um 17.30 Uhr eine Tour zum Kunstwerk des Monats Februar statt. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung online im Ticketshop oder an der Museumskasse.

Jan Josef Horemans, Galante Späße, 1757. <br>Foto: LWL / Hanna Neander

Jan Josef Horemans, Galante Späße, 1757.
Foto: LWL / Hanna Neander

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