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28.01.26 | Soziales Inklusion gegen Fachkräftemangel

LWL begleitet REWE beim Aufbau neuer Inklusionsabteilungen

Machten sich ein Bild von den neuen Inklusionsabteilungen: Melanie Gebel (v.l./REWE Freigang), Roderich Dörner (REWE West), Melanie Klimpel (Geschäftsführerin REWE Dortmund), Ralph Peya (LWL-Inklusionsamt Arbeit), Yulia Renk (Schwerbehindertenvertretung REWE Frischelogistik, Dr. Georg Lunemann (der Direktor des LWL) und Lars Süwolto (Betriebsratsvorsitzender REWE Frischelogistik).<br>Foto: LWL/Markus Fischer

Machten sich ein Bild von den neuen Inklusionsabteilungen: Melanie Gebel (v.l./REWE Freigang), Roderich Dörner (REWE West), Melanie Klimpel (Geschäftsführerin REWE Dortmund), Ralph Peya (LWL-Inklusionsamt Arbeit), Yulia Renk (Schwerbehindertenvertretung REWE Frischelogistik, Dr. Georg Lunemann (der Direktor des LWL) und Lars Süwolto (Betriebsratsvorsitzender REWE Frischelogistik).
Foto: LWL/Markus Fischer
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Dortmund (lwl). Die REWE Dortmund Frischelogistik GmbH und die REWE Friedrich Freidank GmbH & Co. Einzelhandels oHG sind einen weiteren Schritt Richtung Inklusion gegangen: Beide Unternehmen haben jeweils eine Inklusionsabteilung gegründet, die Menschen mit Schwerbehinderung Arbeits- oder Ausbildungsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt ermöglichen. Dabei hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die beiden Unternehmen beraten und unterstützt mit Zuschüssen. Dr. Georg Lunemann, der Direktor des LWL, besuchte die Unternehmen am Dienstag (27.1.), um sich ein Bild davon zu machen, wie das LWL-Inklusionsamt Arbeit die Unternehmen dabei unterstützt, Inklusionsabteilungen zu gründen.

"Die beiden neuen Inklusionsabteilungen zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial Menschen mit Behinderungen, neben allen anderen Branchen, insbesondere in der Logistik und im Lebensmitteleinzelhandel haben", sagte Lunemann. "Gerade vor dem Hintergrund des Fach- und Arbeitskräftemangels ist das für Unternehmen ein klarer wirtschaftlicher Vorteil." Deshalb hoffe er, dass weitere Unternehmen diesem guten Beispiel folgen. "Das werden wir auf jeden Fall weiterhin mit unserem Know-How und Fördermitteln unterstützen."

Die neue Inklusionsabteilung im Frischezentrum der REWE Dortmund ging im Herbst 2025 an den Start. Vom Logistikstandort des Lebensmittelgroßhändlers aus werden täglich kühlungspflichtige Waren an die rund 400 REWE-Supermärkte im Ruhrgebiet, im Sauer- und Münsterland sowie am Niederrhein geliefert, wie beispielsweis Obst, Gemüse, Molkereiprodukte, Wurstware, Eier, Käse sowie Blumen. Das REWE-Frischezentrum hat eine Hallenfläche von 45.000 Quadratmetern und entspricht damit einer Größe von sechs Fußballfeldern. Knapp 573 Mitarbeitende, darunter 52 Menschen mit Behinderung, sorgen an sechs Tagen in der Woche dafür, dass 52 LKW die Waren ausliefern. Mit der neuen Inklusionsabteilung hat das Unternehmen drei Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen.
Die Mitarbeiter der neuen Inklusionsabteilung haben unterschiedlichste Behinderungsbilder. Zu ihren Aufgaben gehört es, Waren zu kommissionieren und künftig auch zu verladen. Dazu hat das Unternehmen mit finanzieller Unterstützung des LWL jeweils drei neue Kommissionierer und neue elektrische Handhubwagen angeschafft. "Wir versuchen zudem in einer angestrebten Kooperation mit dem CJD Dortmund, jungen Menschen mit Behinderung fehlendes Fachwissen und auch den sozialen Aspekt als Teil ihrer Ausbildung beim CJD zu vermitteln", sagt REWE-Betriebsratsvorsitzender Lars Süwolto. "Das machen wir, weil diese Menschen uns eine Menge zurückgeben. Die beiden jungen Männer, die hier im Frischezentrum angefangen haben, machen einen so tollen Job, sind sehr verlässlich und arbeiten Hand in Hand mit den Kolleginnen und Kollegen. Das ist unsere Motivation." Probleme habe es in der Umsetzung bisher nicht gegeben, damit das so bleibt sind noch Seminare für die Kolleginnen und Kollegen der Menschen mit Behinderung geplant.

Vor der Gründung der Inklusionsabteilung bei der REWE Friedrich Freidank GmbH & Co. Einzelhandels o HG stand eine negative Entwicklung: Der Supermarkt des Inklusionsbetriebes Carekauf in Unna-Hemmerde schloss im September. Jan Gebel erfuhr davon. Er ist Geschäftsführer der REWE Friedrich Freidank GmbH &Co. Einzelhandels OHG, zu der insgesamt zwölf Supermärkte in Dortmund, Essen, Bochum, Bönen und Gelsenkirchen mit über 500 Mitarbeitenden gehören. Zu diesem Zeitpunkt übernahm das Unternehmen gerade einen Markt in Unna-Bönen und stellte vier von fünf Menschen mit Behinderung ein, die fünfte Mitarbeiterin ging in Rente. Dazu gründete das Unternehmen eine Inklusionsabteilung, die Melanie Gebel leitet. "Soziale Verantwortung ist für uns kein Trend, sondern ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur", so Melanie Gebel. "Ein wichtiger Meilenstein war die Gründung der eigenen Inklusionsabteilung im Herbst 2025. Damit haben wir ein klares Zeichen für Vielfalt, Chancengleichheit und gesellschaftliche Verantwortung gesetzt."

In der Inklusionsabteilung arbeiten Beschäftigte mit sehr unterschiedlichen Behinderungen. Sie räumen nicht nur Waren ein, sondern sind auch an der Kasse und im Lottoshop beschäftigt. Notwendige Investitionen hat der LWL gefördert. "Zur Unterstützung von Marktleitern und Mitarbeitenden planen wir Seminare. Anfangs gab es zwar auch einige Vorbehalte, in der Umsetzung traten jedoch keine Probleme auf", sagte Melanie Gebel.

Hintergrund Integrationsbetriebe
In Westfalen-Lippe gibt es zurzeit rund 170 Inklusionsunternehmen oder -abteilungen in Firmen aus Industrie, Handel und Gewerbe, in denen etwa 2.200 Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten. Die Betriebe, in denen Menschen mit und ohne Behinderung beschäftigt sind, sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständig. Sie muÌ¿ssen sich wie jedes andere Unternehmen am freien Markt behaupten.

Der LWL unterstuÌ¿tzt diese Firmen mit Mitteln aus der Ausgleichsausgabe, die Unternehmen leisten muÌ¿ssen, die nicht mindestens fuÌ¿nf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Menschen mit Behinderung besetzen. Die Inklusionsunternehmen bekommen beispielsweise ZuschuÌ¿sse zu Investitionen, betrieblichem Mehraufwand, Betreuung und Lohnkosten. An der Finanzierung beteiligen sich auch die Bundesagentur fuÌ¿r Arbeit, das Land Nordrhein-Westfalen uÌ¿ber das Programm "Integration unternehmen!" sowie die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und die Aktion Mensch.

Messe der Inklusionsunternehmen in Dortmund
Am 11. März 2026 findet in Dortmund die 6. LWL-Messe der Inklusionsunternehmen statt. Diese deutschlandweit einzigartige Messe gibt Inklusionsunternehmen in Westfalen-Lippe die Möglichkeit, sich einem breiten Publikum aus Wirtschaft und Politik vorzustellen. Zudem bietet sie Menschen mit Behinderung zahlreiche Gelegenheiten, sich über ihre Einstiegsmöglichkeiten in den ersten Arbeitsmarkt zu informieren - oder direkt ihren zukünftigen Arbeitergeber zu finden.

Die Messe am 11. März findet von 9 bis 17 Uhr in der Messe Dortmund statt. Zusätzlich zu den rund 100 Inklusionsbetrieben, darunter auch die neuen REWE-Inklusionsabteilungen, mit ihren Ständen wird es ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm sowie einen Stellenmarkt geben. Der Eintritt zur Messe ist für alle Besuchende kostenlos.

Fabian Jentsch arbeitet in der Inklusionsabteilung der REWE Frischelogistik. Er kommissioniert die Waren, stellt also die Bestellungen der einzelnen Märkte zusammen.<br>Foto: LWL/Markus Fischer

Fabian Jentsch arbeitet in der Inklusionsabteilung der REWE Frischelogistik. Er kommissioniert die Waren, stellt also die Bestellungen der einzelnen Märkte zusammen.
Foto: LWL/Markus Fischer

In der Halle, die die Größe von sechs Fußball-Feldern hat, warten die fertig gepackten Wagen darauf, auf LKW verladen zu werden.<br>Foto: LWL/Markus Fischer

In der Halle, die die Größe von sechs Fußball-Feldern hat, warten die fertig gepackten Wagen darauf, auf LKW verladen zu werden.
Foto: LWL/Markus Fischer

Pressekontakt

Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

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Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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