26.01.26 | Kultur "Gar nicht unappetitlich"
Familienwochenende im LWL-Museum für Archäologie
Auch Führungen durch die Dauerausstellung erwartet Besuchende am Familienwochenende.
Foto: LWL / M. Hömberg
In Kooperation mit der Living History-Gruppe "IG-Hochgotik" begegnen die Besuchenden an beiden Tagen zwischen 11 und 18 Uhr "echten" Menschen aus dem Mittelalter. Sie erfahren, welche Lebensmittel vor rund 700 Jahren zur Verfügung standen, wie saisonale Ernährung in Westfalen funktionierte und was damals als gesunde Ernährung galt.
Neben der Nahrung selbst geht es um Esskultur, Tischsitten und die gesellschaftliche Bedeutung des gemeinsamen Mahls. Wie aß man ohne Gabel? Was bedeutete es, "jemandem das Wasser reichen zu können"? Diese und weitere Redewendungen werden bei einem Ausflug in die mittelalterliche Tischkultur anschaulich erklärt.
Ein Modell eines typischen niederdeutschen Stadthauses zeigt außerdem die zentrale Rolle von Herd und Küche im Alltag. Auch religiöse Aspekte der Ernährung kommen zur Sprache: Fachleute erläutern, wie Mönche ihre Mahlzeiten schweigend einnahmen - und dennoch Wege fanden, um am Tisch um etwas zu bitten.
Führungen am Sonntag (1.2.)
Die öffentliche Führung "gesucht. gefunden. ausgegraben." durch die Dauerausstellung steht am Sonntag (1.2.) um 13 Uhr auf dem Programm. Bei dem Rundgang folgen Besuchende in einer nachgestalteten Ausgrabung den Spuren der Menschen in Westfalen. Neben zahlreichen Funden erwartet sie beispielsweise ein in Mitteleuropa einmaliger Faustkeil aus Mammutknochen, der Schmuck der Damen von Ilse als eine der geheimnisvollsten Entdeckungen aus der Eisenzeit sowie das reich mit Beigaben ausgestattete Grab des Fürsten von Beckum.
Am Sonntag (1.2.) um 15 Uhr erwartet Besuchende des LWL-Museums die öffentliche Führung "Mahlzeit" durch die gleichnamige Sonderausstellung. Gemeinsames Essen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit, dem familiären Abendessen oder der gemeinsamen Mittagspause - überall offenbaren sich Fragen: Wer sitzt wo? Wer bekommt das beste Stück? Und was verrät das alles über Macht, Zugehörigkeit, gesellschaftlichen Wandel und vor allem Kultur?
Von opulenten Festtafeln und rituellen Speisungen bis hin zu den Herausforderungen der Gegenwart - schnelle Snacks, digitale Ablenkung und der Verlust gemeinsamer Rituale - zeigt diese Ausstellung, wie Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff wirkt. Mit einem Blick auf mehr als 300 Exponate und Geschichten lädt "Mahlzeit!" dazu ein, die kulturelle Dimension des Essens neu zu entdecken.
Die Teilnahme an allen Angeboten ist kostenfrei. Es ist lediglich der Eintritt zu entrichten.
Gefördert durch die LWL-Kulturstiftung
Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch
Die öffentlichen Führungen sind kostenlos. Zu zahlen ist nur der Museumseintritt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind kostenfrei. Mehr Informationen finden Sie unter https://www.lwl-landesmuseum-herne.de/de/ihr-besuch/offnungszeiten-preise-anfahrt/.
Alle Termine im Überblick
Sa, 31.1.
"Gar nicht unappetitlich - Das Mittelalter in Westfalen" - Familienwochenende, 11 bis 18 Uhr
So, 1.2.
"Gar nicht unappetitlich - Das Mittelalter in Westfalen" - Familienwochenende, 11 bis 18 Uhr
"gesucht. gefunden. ausgegraben." - Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung, 13 Uhr
"Mahlzeit" - Öffentliche Führung durch die gleichnamige Sonderausstellung, 15 Uhr
Mehr Infos: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de
An interaktiven Mitmachstationen in der Sonderausstellung "Mahlzeit!" erfahren Familien mit Kindern mehr über die Essgewohnheiten der Menschen im Mittelalter.
Foto: LWL / M. Hömberg
Neben Führungen erfahren Besuchende ganztätig an Stationen der Living History-Gruppe "Hochgotik" aus erster Hand, wie Menschen vor 700 Jahren lebten und aßen.
Foto: LWL / M. Hömberg
Pressekontakt
Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
LWL-Museum für Archäologie und Kultur Herne
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Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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