14.01.26 | Psychiatrie Bedarfsgerechter behandeln, Grenzen überwinden
LWL-Klinik Hemer startet Modellprojekt "FlexMental MK"
Die LWL-Klinik Hemer startet das Modellprojekt FlexMental MK.
Foto: Markus Werner
Im Mittelpunkt von FlexMental MK steht dabei die sogenannte sektorenübergreifende Versorgung - also eine Behandlung, die ambulante, tagesklinische, stationäre und sogar häusliche Therapieformen sinnvoll miteinander verbindet. Mit dem Start von FlexMental MK kann die Klinik therapeutische Angebote besser aufeinander abstimmen, was bisher wegen der verschiedenen Abrechnungssysteme stark reglementiert war.
Ambulant vor stationär
FlexMental MK folgt dem allgemeinen Versorgungsprinzip und gesundheitspolitischen Ziel "ambulant vor stationär". Flexible Behandlungsbausteine sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten ihr gewohntes Umfeld oftmals nicht vollständig verlassen müssen oder stationäre Aufenthalte verkürzen können, indem sie anschließend ambulant behandelt werden. Ein Beispiel: Ein Patient, der in stationärer Behandlung Fortschritte zeigt und gern wieder mit der Arbeit beginnen möchte, könnte unterstützend ambulant wöchentlich an einer psychotherapeutischen Sitzung teilnehmen und eine Entspannungstherapie beginnen.
Dabei steht immer im Vordergrund, die Behandlung individuell zu gestalten: "Kriterien wie das soziale Umfeld, schwer voraussagbares Verhalten, Unfallgefährdung im eigenen Haushalt und weitere Punkte werden auch weiterhin genau beachtet", sagt Dr. Patrick Debbelt, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Hemer. "Es geht bei FlexMental MK darum, noch mehr Flexibilität und Passgenauigkeit zu erreichen und den Schritt zur Behandlung zu vereinfachen."
Erste Erfahrungen in der Klinik
Mit einem Vorläuferkonzept mit einer Krankenkasse hat die Klinik in der Vergangenheit erste gute Erfahrungen gesammelt. "Wir freuen uns, dass wir nun für alle Menschen und kassenunabhängig ein passendes Versorgungsangebot machen können", sagt Dr. Patrick Debbelt. Da aber jede Station verschieden ist und die jeweiligen Patientinnen und Patienten unterschiedliche Bedürfnisse haben, wird FlexMental MK schrittweise innerhalb der Klinik ausgerollt.
Neue gesetzliche Grundlage
Das normale System der Krankenhausvergütung - wie es im Sozialgesetzbuch geregelt ist - erlaubt es bisher nur begrenzt, individuell wechselnde und krankheitsspezifische Bedürfnisse therapeutisch angemessen aufzugreifen. Mit dem § 64b SGB V hat der Gesetzgeber dafür die gesetzliche Grundlage geschaffen. "Die LWL-Klinik Hemer, Hans-Prinzhorn-Klinik, ist bisher eine der wenigen Einrichtungen, die das flexiblere Behandeln anbietet", sagt Prof. Dr. Jens Bothe. Der Kaufmännische Direktor der Klinik ist überzeugt: "Wir sehen hier die Chance, die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern."
Dr. Patrick Debbelt, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Hemer: "Es geht bei FlexMental MK darum, noch mehr Flexibilität und Passgenauigkeit zu erreichen und den Schritt zur Behandlung zu vereinfachen."
Foto: LWL / Nikolaus Urban
Prof. Dr. Jens Bothe, Kaufmännischer Direktor der LWL-Klinik Hemer: "Wir sehen hier die Chance, die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern."
Foto: LWL / Nikolaus Urban
Pressekontakt
Philipp Stenger, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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