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14.01.26 | Psychiatrie Zehn Jahre Genesungsbegleitung am LWL-Klinikum Gütersloh

Die erste Genesungsbegleiterin Andrea Zingsheim zusammen mit Pflegedirektor Prof. Dr. Michael Löhr und dem stellv. Pflegedirektor Prof. Dr. Michael Schulz.<br>Foto: LWL / Brockmeyer

Die erste Genesungsbegleiterin Andrea Zingsheim zusammen mit Pflegedirektor Prof. Dr. Michael Löhr und dem stellv. Pflegedirektor Prof. Dr. Michael Schulz.
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Gütersloh (lwl). Die Genesungsbegleitung für Patientinnen und Patienten des Klinikums Gütersloh des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Die erste Genesungsbegleiterin, Andrea Zingsheim, die auch heute noch in der Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Neurologie, Geriatrie und Innere Medizin tätig ist, blickt auf eine langjährige Erfahrung zurück. Sie berichtet von den Entwicklungen und der Bedeutung ihrer Arbeit, die über die Jahre hinweg einen wichtigen Platz im Behandlungskonzept des Klinikums gefunden hat.

Wenn Menschen in individuellen psychischen Krisen stecken und in unserem Klinikum eine stationäre, teilstationäre oder ambulante Behandlung in Anspruch nehmen, werden sie von einer Vielzahl an Fachkräften begleitet. Dazu gehören Ärzt:innen, Psycholog:innen, Ergotherapeut:innen, Pflegefachkräfte, Sport-, Physio- und Bewegungstherapeut:innen und die Seelsorge. Seit zehn Jahren wird dieses multiprofessionelle Team durch die Genesungsbegleiter:innen ergänzt. Diese wurden durch eine EX-IN (Experienced Involvement) Qualifizierung speziell auf ihre Aufgaben vorbereitet und begleiten die Patient:innen nicht nur fachlich, sondern auf eine besonders persönliche Weise. "Wir sprechen mit den Patientinnen und Patienten weniger auf einer fachlichen, sondern auf sehr persönlichen Ebene. Denn alle Genesungsbegleiterinnen und -begleiter haben ähnliche Krisen bereits selbst durchlebt", erklärt Andrea Zingsheim die Basis ihrer Arbeit.

Das Konzept der Genesungsbegleitung basiert auf dem Grundkonzept, dass selbst betroffene Menschen, die ihre eigenen psychischen Krisen erfolgreich bewältigt haben, anderen helfen, diesen Weg ebenfalls zu finden. Die Begleiter:innen bringen ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven ein, was eine vertrauensvolle und empathische Grundlage für Gespräche schafft. "Oft findet sich eine sehr vertraute Ebene mit den Gesprächspartner:innen, da alle wissen, worum es geht und wie es sich anfühlt, in einer mental belastenden Situation zu sein", berichtet Zingsheim weiter.

Diese besondere Form der Unterstützung hat sich als äußerst hilfreich erwiesen. "Das Ziel ist es, dass Menschen mit eigener Krisenerfahrung Patient:innen dabei unterstützen, ihren persönlichen Weg der Genesung zu finden", erklärt Prof. Dr. Michael Löhr, Pflegedirektor des LWL-Klinikums Gütersloh. "Durch die Genesungsbegleiter:innen können wir im Stationsteam neue Perspektiven auf die Patientinnen und Patienten gewinnen. So können wir noch gezielter auf die individuellen Bedürfnisse eingehen und die Patientenversorgung weiter verbessern", ergänzt Bernd Meißnest, Chefarzt der Gerontopsychiatrie.

Andrea Zingsheim weiß aus eigener Erfahrung: "Ich habe schon viele Gesprächspartnerinnen und -partner gehabt, die sich nach kurzer Zeit deutlich mehr geöffnet haben. Mir wurde auch viel Dankbarkeit entgegengebracht. Dass man einfach mal reden kann, ohne eine direkte Zielsetzung, tut vielen gut."

Das Pilotprojekt, das 2015 ins Leben gerufen wurde, hat sich zu einer festen Säule der Behandlung entwickelt. Heute sind acht Genesungsbegleiter:innen aktiv, die den Patient:innen auf Station regelmäßig ein offenes Gesprächsangebot bieten. "Es ist eine erfüllende Aufgabe, Menschen auf ihrem Weg aus der Krise zu begleiten. Zu sehen, wie sie Vertrauen fassen und wieder neue Perspektiven entwickeln, ist für mich sehr bereichernd", so Zingsheim.

Das Team der Genesungsbegleiter:innen am LWL-Klinikum Gütersloh.<br>Foto: LWL / Sallermann

Das Team der Genesungsbegleiter:innen am LWL-Klinikum Gütersloh.
Foto: LWL / Sallermann

Pressekontakt

Anna Brockmeyer, LWL-Klinikum Gütersloh, Telefon 0151-21845693, annacelina.brockmeyer@lwl.org und Christian Dresmann, LWL-Klinikum Gütersloh, Telefon 0173-6256489, christian.dresmann@lwl.org und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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