08.01.26 | Kultur Kostenloser Vortrag
Der Zauber des Essens im LWL-Museum
Soziologin Prof. Dr. Eva Barlösius von der Wilhelm Leibniz Universität Hannover ist am 15.1. zu Gast in Herne.
Foto: privat
In ihrem Vortrag macht die Soziologin anschaulich, welche zentrale gesellschaftliche Rolle dem gemeinsamen Essen zukommt: Rund um Nahrungsaufnahme und Mahlzeiten haben sich im Laufe der Geschichte soziale Strukturen und Ausdrucksformen entwickelt, die sich besonders dazu eignen, gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen, Kritik zu formulieren und Veränderungen einzufordern.
Zwar zähle das Bedürfnis nach Nahrung zu den grundlegendsten Voraussetzungen menschlichen Lebens - sowohl individuell als auch historisch betrachtet. Dennoch erkläre dieser Umstand nicht, warum Essen immer wieder Gegenstand intensiver öffentlicher Debatten ist. Häufig liegen laut Barlösius die Ursachen dieser Diskussionen nicht im Essen selbst, sondern in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Der Grund: Mit dem Nahrungsbedürfnis hätten sich soziale Ausdrucksformen etabliert, die sich in besonderer Weise für gesellschaftliche Auseinandersetzungen eignen.
Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe des Fördervereins LWL-Museum für Archäologie und Kultur zu aktuellen Sonderausstellungen, archäologischen Themen, zur Geschichte der Region Westfalen und zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um die Archäologie. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Für Interessierte, die nicht vor Ort sein können, wird der Vortrag live im Internet über den YouTube-Kanal des LWL-Museums übertragen. So besteht die Möglichkeit, die Veranstaltung von zuhause aus zu verfolgen. Im Anschluss bleibt der Vortrag dauerhaft online verfügbar unter: https://www.youtube.com/user/LWLLandesmuseumHerne
Hintergrund: Sonderausstellung "Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet" bis 13.9. im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne
Gemeinsames Essen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit, dem familiären Abendessen oder der gemeinsamen Mittagspause - überall offenbaren sich Fragen: Wer sitzt wo? Wer bekommt das beste Stück? Welche Rituale bestimmen das gemeinsame Mahl? Und was verrät das alles über Macht, Zugehörigkeit, gesellschaftlichen Wandel und vor allem Kultur?
Von opulenten Festtafeln und rituellen Speisungen bis hin zu den Herausforderungen der Gegenwart - schnelle Snacks, digitale Ablenkung und der scheinbare Verlust gemeinsamer Rituale - zeigt die neue Sonderausstellung "Mahlzeit!", wie Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff funktioniert.
Mit einem Blick mehr als 300 Exponate und spannende Geschichten lädt das LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne bis zum 13.9. dazu ein, die kulturelle Dimension des Essens neu zu entdecken.
Gefördert durch die LWL-Kulturstiftung
Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch
Die öffentlichen Führungen sind kostenlos. Zu zahlen ist nur der Museumseintritt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind kostenfrei. Mehr Informationen finden Sie hier: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de/de/ihr-besuch/offnungszeiten-preise-anfahrt/
Mehr Infos: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de
LWL-Museum für Archäologie und Kultur, Europaplatz 1, 44623 Herne, Tel. 02323 94628-0
Warum Essen weit mehr als nur Nahrungsaufnahme ist, enthüllt die Soziologin Prof. Dr. Eva Barlösius in einem Vortrag im LWL-MAK.
Foto: LWL/ M. Hömberg
Pressekontakt
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504
LWL-Museum für Archäologie und Kultur Herne
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Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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