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27.03.24 | Kultur "Bioblitz" für Naturbegeisterte

Ausschau nach Moosen halten

Moose sind ganzjährig zu Beobachten und an vielen Orten auch in der Stadt zu finden.<br>Foto: Marie Mohr

Moose sind ganzjährig zu Beobachten und an vielen Orten auch in der Stadt zu finden.
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Münster (lwl). Beim Wettbewerb "Bioblitz 2024" sind seit Anfang des Jahres bundesweit fast 140.000 Beobachtungen deutschlandweit auf der Internetplattform "Observation.org" gemeldet worden. Die Initiatoren des Bioblitzes, das LWL-Museum für Naturkunde und die regionalen Partner rufen nun auf, Ausschau nach Moosen zu halten.

Auch wenn sich manche Funde dieser Artengruppe nur mikroskopisch sicher bestimmen lassen, kann man einige Arten mit der Smartphone-App "ObsIdentify" bestimmen und darüber die Beobachtungen melden. Alle gemeldeten Beobachtungen werden anschließend nochmal von Fachleuten geprüft.

Moose sind zwar das ganze Jahr zu sehen, aber sie leuchten derzeit mit ihrem satten Grün vor den noch kahlen Bäumen, so dass sie gut zu finden sind. "ObsIdentify hat uns schon ein paar neue Fundpunkte bei einigen sehr seltenen Moosarten eingebracht. So konnten inzwischen verschiedene Zackenmützenmoose in Münster gefunden werden, die alle auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen", sagt Dr. Carsten Schmidt. Der Biologe und Moos-Experte prüft und validiert Beobachtungen auf Observation.org.

"Das Spannende an diesem bürgerwissenschaftlichen Projekt ist, dass alle Menschen mitmachen können", sagt Dr. Jan Ole Kriegs vom LWL-Museum für Naturkunde. "Jeder kann auch ohne Vorkenntnisse helfen, Erkenntnisse über die bedrohte Artenvielfalt in Deutschland zu gewinnen. Die gemeldeten Daten auf Observation.org stehen beispielsweise zur Erstellung Roter Listen der gefährdeten Arten oder auch für die Naturschutzarbeit vor Ort zur Verfügung. Sie fließen aber auch in internationale Auswertungen ein."

Hintergrund

Moose sind in der Regel klein und wachsen relativ langsam. Sie sind im Vergleich zu den Höheren Pflanzen konkurrenzschwach. Daher wachsen sie an besonderen Standorten wie Felsen, an Bäumen, im Wald, in Mooren aber auch in Grünflächen. Torfmoose zum Beispiel findet man in nährstoffarmen, sauren Umgebungen wie Hochmooren.

Es gibt weltweit etwa 16.000 bekannte Arten von Moosen. Dort, wo Moose häufig sind, haben sie eine wichtige ökologische Rolle im Nährstoffkreislauf, da sie die Nährstoffe aus der Atmosphäre in den Boden einbringen.

Auch dieses Jahr wird es ergänzend zu den Aufrufen noch Aktionen zum Mitmachen im Rahmen der Artenakademie des LWL-Museums in Münster geben, bei dem die jeweiligen Pflanzen, Pilze oder Tiere gemeinsam im Team beobachtet und erfasst werden können.

Für Interessierte stehen Informationen zu dem Projekt #bioblitz2024 auf der Internetseite bereit:

http://www.bioblitze.lwl.org.

Interessierte finden zukünftig die Ergebnisse der Bioblitze 2024 hier:

https://observation.org/bioblitz/categories/landkreise-and-kreisfreie-stadte-2024/

Fragen an:

germany@observation.org

Das Graue Zackenmützenmoos Racomitrium canescens ist eine seltene Art, die an kargen Standorten wie etwa auf alten Kiesdächern vorkommt.<br>Foto: Jan Ole Kriegs

Das Graue Zackenmützenmoos Racomitrium canescens ist eine seltene Art, die an kargen Standorten wie etwa auf alten Kiesdächern vorkommt.
Foto: Jan Ole Kriegs

Gametophyt eines Sphagnum-Mooses. Sphagnum-Moose sind Torfmoose, die auf nährstoffarmen, sauren Habitaten leben. Sie sind von der Zerstörung ihrer Lebensräume stark betroffen.<br>Foto: Marie Mohr

Gametophyt eines Sphagnum-Mooses. Sphagnum-Moose sind Torfmoose, die auf nährstoffarmen, sauren Habitaten leben. Sie sind von der Zerstörung ihrer Lebensräume stark betroffen.
Foto: Marie Mohr

Bäumchen Leitermoos.<br>Foto: Anna Piasecka

Bäumchen Leitermoos.
Foto: Anna Piasecka

Breites Wassersackmoos.<br>Foto: Anna Piasecka

Breites Wassersackmoos.
Foto: Anna Piasecka

Pressekontakt

Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066

presse@lwl.org

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