28.07.23 | Kultur Serie: Stumme Zeugen zum Sprechen bringen
LWL-Fachmann zeigt mit Renaissance-Medaillon aus Gelsenkirchen ein Lieblingsfundstück
Das Kaisermedaillon gehörte einst Rütger von der Horst und zeigt den Kaiser Tiberius.
Foto: LWL-Altertumskommission für Westfalen
"Wir wollten die Funde als stumme Zeugen der Vergangenheit zum Sprechen bringen, denn jeder archäologische Fund ist etwas ganz Besonders und hat seine eigene Geschichte", so Dr. Vera Brieske, Geschäftsführerin der LWL-Altertumskommission für Westfalen über die Reihe.
Entstanden ist die Serie 2022 im Rahmen des Begleitprogramms "Archäologische Zeitmaschine", bei dem Besucher:innen mittels Spezialbrillen Kurzfilme in "Virtual Reality"-Qualität zu drei archäologischen Fundstätten in Westfalen-Lippe erleben. Neben den Fundstätten können Wissenschaftler:innen in dem neuen Begleitformat nun auch "ihre" Fundstücke präsentieren und einen tieferen Einblick in die archäologische Arbeit geben.
Medaillon aus Gelsenkirchen
In der neunten Folge stellt Michael Lagers, wissenschaftlicher Referent am LWL-Museum für Archäologie in Herne, ein Kaisermedaillon aus der Lippe-Renaissance vor. Der Fund stammt aus einer Grabung beim Schloss Horst in Gelsenkirchen. Es handele sich dabei um ein Medaillon des Kaisers Tiberius, das im Jahr 1562 vom damaligen Besitzer des Schlosses, Rütger von der Horst, bei einem Kupferstecher in Auftrag gegeben wurde, weiß Lagers. Wie man anhand des Aufbaus des Medaillons sehen könne, habe dieser eine Münze als Vorlage genommen. Aus der Kupfervorlage sei dann eine Holzvorlage angefertigt worden, die sodann zu einem Kachelbäcker nach Köln geschickt worden sei. Dieser habe dann die Terrakotta-Plastik geformt, die in Gelsenkirchen gefunden wurde. "Das Medaillon zeigt das Profilporträt von Tiberius, das durch seine Nasenpartie sowie den kleinen Mund gekennzeichnet ist.", so Lagers. |Video zu finden unter: https://www.youtube.com/@altertumskommissionfurwest2383/videos
Michael Lagers stellt das Kaisermedaillon in der Video-Serie "Show and Tell" vor.
Foto: LWL-Altertumskommission für Westfalen
Pressekontakt
Maren Becker, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-5400, presse@lwl.org
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