28.10.22 | Kultur PostMost
Künstler:innen aus Mariupol zeigen ihre Bilder auf der Zeche Zollern
Blick in die Ausstellung PostMost im Keller der Maschinenhalle der Zeche Zollern.
Foto: LWL/Philipp Harms
"Die ausgestellten Werke machen deutlich, welche Auswirkungen der Krieg auf die Menschen und Mariupol hat. Auf der anderen Seite wollen die Künstlerinnen und Künstler auch die schöne Seite ihrer Stadt zeigen und damit ihrer Hoffnung auf ein friedliches Leben in der Zukunft Ausdruck verleihen", so Klaus Baumann, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe (LWL) anlässlich der Eröffnung der Schau in Dortmund. "Ich wünsche sehr, dass die Fortführung des Projektes 'Post Most' in Form dieser Ausstellung den Beteiligten eine Perspektive und Kraft gibt, diese Vision aufrecht zu halten".
Hintergrund
"PostMost" entwickelte sich drei Jahre vor der russischen Invasion 2022 in der ostukrainischen Industriestadt Mariupol. Intention der Künstler:innen war es, eine neue Perspektive auf ihre stark von der Industrie geprägten Heimatstadt zu schaffen und ihre Mitbürger:innen zur Partizipation und kulturellem Engagement zu motivieren. Das Projekt wuchs zusammen mit der Kultursphäre Mariupols. Aus einem lokalen Projekt wurde ein nationales. Innerhalb eines Monats fanden drei Residenzen und Ausstellungen statt, an denen 24 Kunstschaffende aus allen Regionen der Ukraine und aus Berlin teilnahmen, sich austauschten und kooperierten.
Diese Entwicklung wurde durch den Krieg gestoppt. Die Künstler:innen wurden zu Geflüchteten, sie verloren ihre Stadt, ihre Häuser, manche sogar ihre Liebsten. Einige von den Künstler:innen haben in Deutschland Zuflucht gefunden und möchten nun trotz des persönlichen Leids, trotz der Hürden, die es noch zu überwinden gibt, das Projekt und die Kunst ihrer Stadt bewahren und fortsetzen, "um sie nach Hause zu bringen", so die Künstler:innen. Auf einer gemeinsamen Residenz in Bedburg-Hau (Kreis Kleve) entstanden so neue Kunstwerke, die sich vor allem mit dem Krieg und ihrer Heimatstadt Mariupol, die es so nicht mehr gibt, auseinandersetzen. Sie zeigen Ängste, Schmerzen, aber auch Hoffnungen.
"Wir fühlen uns sehr geehrt, diese bedeutende Ausstellung hier in der Maschinenhalle der Zeche Zollern zu präsentieren", so Museumsleiterin Dr. Anne Kugler-Mühlhofer. Für sie ein sehr passender Ort für die Kunst der PostMost-Gruppe aus Mariupol: "Auch die ehemaligen Industriestätten im Ruhrgebiet sind Orte, an denen die Menschen sich mit der Geschichte, der Identität, aber auch der Gestaltung der eigenen Zukunft auseinandersetzen."
PostMost. Eine Ausstellung von Künstler:innen aus Mariupol
28.10.2022 - 24.3.2023
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern
Grubenweg 5 | 44388 Dortmund
Geöffnet Di-So 10-18 Uhr
http://www.zeche-zollern.lwl.org
Die Werke von Olena Ukraintseva thematisieren die Auswirkungen des Krieges auf die Menschen und das Leben in Mariupol.
Foto: LWL/Philipp Harms
Die Künstlerinnen Simona, Hilmenna, Museumsleiterin Dr. Anne Kugler-Mühlhofer, Olena Ukraintseva, Ivetta Becker, die wissenschaftliche Volontärin Katharina Saprygin und Organisatorin Margarita Grinko in der Maschinenhalle der Zeche Zollern.
Foto: LWL/Philipp Harms
Abgebildet sind die Werke von Oleksandr Malakhovskyi und Anastasia Shyshkina aus Mariupol.
Foto: LWL/Philipp Harms
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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