26.10.22 | Kultur Alter geklärt
Der hölzerne Bohlenweg in Spenge
Deutlich erkennt man im Boden die Nord-Süd-ausgerichteten Äste, die den Unterbau des Bohlenweges bildeten
Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Maria Hahne
Spenge-Wallenbrück: Alter des Bohlenwegs geklärt
Die Reste von Balken, Schalenbrettern, Stämmen und Ästen wurden im Winter vor zwei Jahren gesichert und später zu einer Altersbestimmung an ein Labor der Universität zu Köln geschickt. Dr. Sven Spiong, Leiter der LWL-Archäologie in Bielefeld, hatte damals auf den Hinweis des ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegers Gerhard Heining reagiert und eine erste Einschätzung gewagt: "Wir haben vermutet, dass der Weg aus dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit stammt", erinnert sich der LWL-Archäologe.
Die Holzreste lagen in einer Tiefe von 1,30 Metern und verliefen über eine Strecke von 60 Metern. An einer Stelle war erkennbar, dass die Stämme und unbearbeiteten Äste Nord-Süd ausgerichtet waren und damit rechtwinklig zum heutigen Straßenverlauf lagen. Der etwas mehr als drei Meter breite Bohlenweg führte ehemals an der Marienkirche vorbei. Über diesen Weg konnten die Wallenbrücker die feuchte Niederung der Warmenau besser durchqueren.
Die Ergebnisse der Altersbestimmung durch das Labor für Dendroarchäologie in Köln schaffen nun Klarheit über das Alter des Weges:
Von zwölf eingereichten Proben - zumeist Eiche, aber auch Buche und Fichte - konnten vier der Eichenproben anhand ihrer Jahrringe datiert werden. Mit 1671, 1683, 1684 und 1690 n. Chr. liegen die Fälljahre der für den Wegebau genutzten Bäume im ausgehenden 17. Jahrhundert. Der Holzweg aus Wallenbrück datiert damit eindeutig in die frühe Neuzeit. Hinweise auf einen älteren Vorgänger des Weges konnten dagegen nicht festgestellt werden.
Pressekontakt
Sandra Görtz, LWL-Archäologie für Westfalen, Tel.: 0251 591-8946 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
Zu allen Pressemitteilungen des LWL Zu allen Pressemitteilungen dieser LWL-Einrichtung