26.10.22 | Kultur Gekommen, um zu bleiben
Reihe zum Thema "Gastarbeiter:innen"
"Gastarbeiter" auf der Henrichshütte.br>Foto: privat
Bis Ende des Jahres gibt es zwei weitere Veranstaltungen zum Thema: Am Mittwoch (30.11.) zeigt die Henrichshütte den Dokumentarfilm "Pierburg: Ihr Kampf ist unser Kampf". Der Film von Edith Schmidt und David Wittenberg nimmt den "wilden" Streik migrantischer Arbeiterinnen bei dem Neusser Vergaserhersteller Pierburg in den Blick.
Am Sonntag (18.12.) - dem Jahrestag des letzten Abstichs des Hochofens - ist das Literaturkollektiv "Daughters and Sons of Gastarbeiters" zu Gast. Die Autor:innen unterschiedlicher Herkunft bieten in künstlerisch-performativer Form autobiografische Geschichten aus ihrer Familiengeschichte dar.
Hintergrund
1955 schloss die Bundesrepublik Deutschland das erste Anwerbeabkommen, mit Italien. Bis 1968 folgten weitere mit Spanien (1960), Griechenland (1960), der Türkei (1961), Marokko (1963), Südkorea (1963), Portugal (1964), Tunesien (1965) und Jugoslawien (1968). Auch die Henrichshütte hat von den Anwerbeabkommen profitiert. Über 20 Prozent der Belegschaft der Henrichshütte waren in Hochzeiten sogenannte Gastarbeiter:innen.
Deutschland ist Einwanderungsland. Über 18 Millionen der Einwohner:innen Deutschlands sind im Ausland geboren. Damit liegt Deutschland auf Platz 2 der Länder mit den meisten Einwander:innen. Das LWL-Industriemuseum Henrichshütte möchte dieser Wirklichkeit gerecht werden und Anknüpfungspunkte für viele verschiedene Menschen unserer Gesellschaft bieten. Dafür hat das Museum einen Veränderungsprozess angestoßen, der mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes seit 2019 umgesetzt wird.
Termine auf einen Blick
Donnerstag (3.11.), 19 Uhr: Gleis 11 (Dokumentarfilm und Gespräch mit dem Regisseur Cagdas Yüksel)
Mittwoch (30.11.) 19 Uhr: Pierburg: Ihr Kampf ist unser Kampf (Dokumentarfilm mit Einführung von Aurora Rodonò)
Sonntag (18.12.) 15 Uhr: Daughters and Sons of Gastarbeiters (Lesung)
Die Abfahrt von Cagdas Yüksels Großvater 1966 in istanbul. Foto: Familienarchiv von Cagdas Yüksel
Regisseur Cagdas Yüksel.
Foto: privat Regisseur
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 presse@lwl.org
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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