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18.10.22 | Kultur Ehemalige für Interviews gesucht

LWL-Industriemuseum Henrichshütte sucht Frauen und "Gastarbeiter:innen"

Aufruf am Zaun der Henrichshütte Hattingen.<br>Foto: LWL

Aufruf am Zaun der Henrichshütte Hattingen.
Foto: LWL
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Hattingen (lwl). Mit einem bunten Schild am Zaun der Henrichshütte Hattingen sucht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit dem Förderverein des Industriemuseums "Gastarbeiter:innen", die auf der Hütte in Hattingen gearbeitet haben. Das Museum möchte damit Lücken in der Erinnerungsarbeit rund um das ehemalige Stahl- und Eisenwerk schließen.

Am 23. April 1987 wehrte sich Hattingen mit einer Menschenkette gegen die Stilllegung der Henrichshütte. 30 Jahre später weihte der LWL die Text-Bild-Collage "100 Hüttenleben" ein, eine Installation aus lebensgroßen Porträts ehemaliger Hüttenarbeiter:innen und lebensgeschichtlichen Zitaten.

Für das Projekt konnten zunächst viele deutsche Männer gefunden werden. Bislang wenig repräsentiert sind "Gastarbeiter:innen" und auch Frauen, die in den unterschiedlichen Bereichen der Hütte gearbeitet haben. Das soll sich nun ändern. Ein Anfang ist gemacht: Unter den 100 Porträts entlang des Museumszauns sind auch Bilder von Nuri Dervisoglu, Nuri Ödevci und Perihan Ödevci zu sehen - alle drei kamen als "Gastarbeiter:innen" nach Hattingen.

Um die Lücken im Zaun und in dem Archiv des Museums zu schließen, sucht das LWL-Industriemuseum "Gastarbeiter:innen", die sich für ein Interview mit dem Förderverein des Museums zur Verfügung stellen.

Wer Interesse hat, kann sich bei Birgit Schulz melden. Sie ist erreichbar per Telefon unter 02324 9247 151 oder per E-Mail an birgit.schulz@lwl.org.



Hintergrund
1955 schloss die Bundesrepublik Deutschland das erste Anwerbeabkommen, mit Italien. Bis 1968 folgten weitere mit Spanien (1960), Griechenland (1960), der Türkei (1961), Marokko (1963), Südkorea (1963), Portugal (1964), Tunesien (1965) und Jugoslawien (1968). Auch die Henrichshütte hat von den Anwerbeabkommen profitiert. Mehr als 20 Prozent der Belegschaft der Henrichshütte waren in Hochzeiten sogenannte Gastarbeiter:innen.

Deutschland ist Einwanderungsland. Über 18 Millionen der Einwohner:innen Deutschlands sind im Ausland geboren. Damit liegt Deutschland auf Platz 2 der Länder mit den meisten Einwander:innen. Das LWL-Industriemuseum Henrichshütte möchte dieser Wirklichkeit gerecht werden und Anknüpfungspunkte für viele verschiedene Menschen unserer Gesellschaft bieten. Dafür hat das Museum einen Veränderungsprozess angestoßen, der mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes seit 2019 umgesetzt wird.



Veranstaltungsreihe zum Thema "Gastarbeiter:innen"
Im November und Dezember veranstaltet das LWL-Industriemuseum Henrichshütte die Reihe "Gekommen, um zu bleiben". Gezeigt werden die Dokumentarfilme "Gleis 11" (3.11.) und "Pierburg: Ihr Kampf ist unser Kampf" (30.11.). Am 18.12. ist das Literaturkollektiv "Daughters and Sons of Gastarbeiters" (18.12.) zu Gast. Interessierte haben bei den Veranstaltungen die Möglichkeit, mit dem Team der Henrichshütte über das Projekt "100 Hüttenleben" ins Gespräch zu kommen.

Pressekontakt

Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 presse@lwl.org

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LWL-Museum Henrichshütte

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Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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