24.08.22 | Kultur 50 Jahre Kommission für Mundart- und Namenforschung
Westfälisches Wörterbuch ist abgeschlossen - aktuelle Umgangssprachen rücken in den Fokus
Prof. Dr. Antje Dammel, Vorsitzende der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens (v.l.), Dr. Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens, der Direktor des LWL, Dr. Georg Lunemann, und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger beim Festakt zum Jubiläum der Kommission. Foto: LWL
Im Rahmen des Empfangs diskutierten LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger und die Vorsitzende der Kommission, Prof. Dr. Antje Dammel, über Zukunftsperspektiven der Kommission, vor allem in den Bereichen Digitalisierung und Partizipation. Auf dem Programm standen daneben eine Theaterdarbietung von Mitgliedern der Niederdeutschen Bühne Münster und Musik der Band "Strauhspier" aus Rheine. Tiefere Einblicke in die Arbeit der Kommission gab der ehemalige Kommissionsvorsitzende Prof. Dr. Hermann Niebaum. Dammel und Dr. Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission, präsentierten aktuelle Projekte der Mundartkommission, wie zum Beispiel den Film "Langs den Patt".
Hintergrund
1972 wurde die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens als fünfte Westfälische Kommission für Landeskunde im LWL gegründet. Bei der Gründung verselbständigte sich die bereits bestehende Mundart-Abteilung der Volkskundlichen Kommission für Westfalen. Das Hauptarbeitsgebiet der Kommission war zunächst das Westfälische Wörterbuch, ein fünfbändiges großlandschaftliches Dialektwörterbuch, das die Kommission im vergangenen Jahr abgeschlossen hat. "Für Westfalen-Lippe ist dies ein lang erwarteter Meilenstein: Der Wortschatz der niederdeutschen Sprache unserer Region ist mit dem Westfälischen Wörterbuch nun ausführlich wissenschaftlich dokumentiert", sagte Lunemann. "Damit können Forschungen zum aktuellen Sprachgebrauch in Westfalen-Lippe auf ein solides Fundament gestellt werden. Das wird bald noch einfacher sein, da die Kommission das Wörterbuch im Internet frei zugänglich machen wird", so Lunemann weiter, der auch Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes ist.
In Zukunft will die Kommission vorrangig die aktuellen Umgangssprachen unter die Lupe nehmen. Um hierfür Sprachdaten zu sammeln, wird sie demnächst eine Sprach-App herausbringen.
Die beiden wissenschaftlichen Referenten Paul Teepe (stehend) und Dr. Felix Wortmann im Wörterbucharchiv der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens (ca. Anfang der 1970er Jahre).
Foto: LWL
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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