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07.07.22 | Psychiatrie Auch ein Clown geht mal in Rente

Klinik-Clown "Knolle" hat in der LWL-Klinik Dortmund seine Abschieds-"Visite" gemacht

Clown "Knolle", Bernd Witte, auch bekannt durch das Improtheater "Emscherblut", geht in Rente.<br>Foto: LWL/Herstell

Clown "Knolle", Bernd Witte, auch bekannt durch das Improtheater "Emscherblut", geht in Rente.
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Dortmund (lwl). Fast 20 Jahre lang haben "Knolle" (Bernd Witte) und "Klara" (Eva Paulus) Patientinnen und Patienten der LWL-Klinik Dortmund besucht und mit viel Fingerspitzengefühl Kontakt zu den Patienten aufgebaut und sie ggf. aktiviert. Dabei sind die Profi-Clowns des Vereins "Clownsvisite" für die älteren Patientinnen und Patienten der Abteilung Gerontopsychiatrie gebucht. "Anfangs mussten wir ausloten, was brauchen die Patienten, wie erreichen wir sie am besten, denn wir hatten bis dahin ausschließlich Erfahrungen auf Kinderstationen gesammelt", sagt Bernd Witte. "Manchmal sitzen wir auch einfach nur mit einem Patienten zusammen, halten auch mal Händchen. Es geht ja nicht darum, 'Quatsch' zu machen, aber weil wir Clowns sind, kommen wir emotional anders an die Menschen Â�ran." Die wöchentliche Visite beginnt immer mit einem "Übergabegespräch" mit der Stationsleitung, in der es darum geht, wie die Patienten sich aktuell fühlen. Danach wurde auch schon mal Sirtaki getanzt; eine Patientin schmetterte Opernarien mit Knolle und Klara - instrumental begleitet von den Clowns. Manche in sich gekehrten Patienten, die nicht sprachen, fingen bei den Clownsbesuchen an, wieder zu reden.

Jetzt geht Bernd Witte als Clown in Rente. Als Schauspieler (Improtheater Emscherblut) hat der 68-Jährige diesen Schritt bereits gemacht.

In der LWL-Klinik wurde er von vielen Wegbegleitern verabschiedet. U.a. von Dr. Petra Dlugosch, die die Clowns als Chefärztin der Abteilung Gerontopsychiatrie engagierte und die Soroptimstinnen, Club Dortmund, für einen Teil der Finanzierung gewann. Inzwischen ist Petra Dlugosch selbst im Ruhestand. Ihr Nachfolger arbeitet auch weiterhin gerne mit den Clowns zusammen.

Bei der Abschiedsfeier, auf der der Clown von seiner Kollegin Eva Paulus mit Alu-Helm symbolisch und pantomimisch ins "Rentner-Orbit" geschossen wurde, wurde auch eine seiner Nachfolgerinnen begrüßt: Lisa Bohren wird als Clownin Lisette zusammen mit Eva Paulus die Visite auf den Stationen übernehmen. Auch Clown Slim (Dave Luza) wird dabei sein, weil man sich in einem Dreierteam besser mal vertreten kann.

Die Zukunft der Clownsvisite in der LWL-Klinik Dortmund ist also gesichert. Dem Krankenhaus, das als erstes in der Region Clowns für die Erwachsenenarbeit engagierte, sind inzwischen einige Seniorenheime und Demenzstationen gefolgt.

Bernd Witte (Clown Knolle) wird von Wegbegleitern verabschiedet: Seine Kollegin, Clownin Klara, Dr. Petra Dlugosch, die einst Kontakt zum Clownsvisite e.V. aufnahm, Oberärztin Friederike Buschmann und "Knolles" Nachfolgerin Lisa Bohren, alias Clownin Lisette (vorne)<br>Foto: LWL/Herstell

Bernd Witte (Clown Knolle) wird von Wegbegleitern verabschiedet: Seine Kollegin, Clownin Klara, Dr. Petra Dlugosch, die einst Kontakt zum Clownsvisite e.V. aufnahm, Oberärztin Friederike Buschmann und "Knolles" Nachfolgerin Lisa Bohren, alias Clownin Lisette (vorne)
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