02.06.22 | Kultur Ausstellungsobjekte zum Thema Atomkraft in Westfalen-Lippe gesucht
Einsturz des Trockenkühlturms des THTR-300 (Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor) in Hamm-Uentrop 1991.
Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen/Elisabeth Tschich.
Ende 2022 sollen alle deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Die gesellschaftliche Debatte um die zivile Nutzung der Kernenergie erhält jedoch zurzeit wieder Auftrieb durch Denkanstöße aus allen Richtungen. Die geplante Ausstellung wird sich sowohl mit der Atomkraftnutzung und -produktion in den letzten 70 Jahren als auch mit den zugehörigen gesellschaftlichen Debatten beschäftigen. Ebenso wird der gegenwärtigen Diskussionen Raum gegeben. Um diese Geschichte(n) erzählen zu können, sucht das LWL-Museumsamt Ausstellungsobjekte, die das Thema in seiner ganzen Breite präsentieren.
"Wir freuen uns nicht nur über Objekte und Dokumente, die von Protest und Widerstand zeugen, sondern auch von der Realität (ehemaliger) Mitarbeiter:innen aus dem Atomstromsektor oder von Personen und Gruppen, die Atomstromgewinnung befürworten", sagt Ulrike Gilhaus, Leiterin des LWL-Museumsamtes. "Auch Gegenstände etwa aus den Bereichen Forschung, Lehre, Produktion, Berichterstattung und Politik verstehen wir als wichtige Beiträge für die Ausstellung", ergänzt Kuratorin Sarah Pfeiffer. Dinge, die die gegenwärtigen Diskussionen z.B. um die Sicherheit von Atomkraftwerken im Krieg, Laufzeitverlängerungen, die EU-Taxonomie und die Lagerung von radioaktivem Abfall repräsentieren, werden ebenfalls gesucht. Wer entsprechende Objekte und Dokumente besitzt und für die Ausstellung verleihen würde, kann sich per Mail an sarah.pfeiffer@lwl.org oder telefonisch unter 0251-5914754 beim LWL-Museumsamt melden.
Hintergrund
Das LWL-Museumsamt für Westfalen unterstützt Museen und Gedenkstätten in der Region mit Förderung, Beratung und Servicedienstleistungen, zu denen auch Wanderausstellungen gehören, die ausgeliehen werden können. Die Ausstellung zum Thema Atomkraft wird von Juni 2023 bis Januar 2025 an verschiedenen Orten in Westfalen-Lippe zu sehen sein.
Wandteller mit Ansicht des Kernkraftwerks Würgassen in Beverungen (Kreis Höxter), 2015. Die Darstellung lässt das landschaftsprägende Energiebauwerk als Zeugnis einer bald vergangenen Epoche erscheinen.
Foto: LVR-Industriemuseum.
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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