02.06.22 | Kultur Zweimal nominiert, zweimal gewonnen
Internationales Medienfestival "Artefacta" prämiert 3D-Animationen im LWL-Museum für Archäologie
Eine römische Öllampe wird in der Holovirtine auf zauberhafte Weise wieder entzündet.
Foto: LWL/ A. Burmann
"Zweimal nominiert, zweimal gewonnen", so bringt es Sebastian Heger, Geschäftsführer der Agentur für digitale Kommunikation, Puppeteers, auf den Punkt. "Mit der App und unseren Holovitrinen haben zwei ganz besondere Projekte den 'Großen Preis der Jury' im Bereich 'Digitale Medien' erhalten - und das, wie wir finden, völlig zurecht", freut sich Susanne Jülich, stellvertretende Museumsleiterin des LWL-Archäologiemuseums und Kuratorin der Dauerausstellung. Gemeinsam zeichnen das Museum und die Dortmunder Firma für Idee und Umsetzung der Digitalprojekte verantwortlich. Neben der "innovativen und einprägsamen Gestaltung" lobte die Jury das zusammenhängende Konzept beider Projekte, das klar auf die Bedürfnisse der Besucher:innen reagiere.
Jülich: "Dies ist auch eine wunderbare Bestätigung unserer Beobachtungen in der Dauerausstellung: Die Besucher:innen bleiben immer wieder gebannt vor den fünf Vitrinen mit holografischen Animationen stehen." Hier können sie den Entstehungsprozess ausgewählter archäologischer Objekte 1:1 nachvollziehen und sie in Aktion erleben. Vom Faustkeil über die Tonlampe bis hin zum venezianischen Trinkglas spannt sich das Spektrum der Handwerkstechniken. "Die Animationen offenbaren Geheimnisse komplexen Handwerks ohne große Worte oder einen langen Text."
Dank einer App, die sich Besucher:innen auf ihr Smartphone oder Tablet laden können, läuft ihnen im LWL-Archäologiemuseum der Geist eine Bäuerin aus der Jungsteinzeit oder eine mittelalterlichen Ordensschwester über den Weg. "Während die westfälischen Exponate über Menschen verschiedener Epochen Auskunft geben, sind die Geister vertieft in eine für sie typische Tätigkeit", so Jülich. So können Besucher:innen dem frühmittelalterlichen Fürsten von Beckum beim Schwertputzen zuschauen und davon auch Fotos machen.
Jülich: "Mit diesen beiden Projekten ist es uns und der ausführenden Firma gelungen, komplizierte Vorgänge einfach und verständlich darzustellen. In unserer Dauerausstellung möchten wir westfälische Geschichte auf ästhetische und unterhaltsame Weise erzählen und die Besucher:innen fesseln. Die Auszeichnung nehmen wir als Zeichen dafür, dass uns dies gelingt."
Martin Becker (v.l.) und Sebastian Heger (beide Geschäftsführer der Puppeteers GmbH) nehmen den Preis beim Artefacta-Festival von Jurymitglied Dr. Philipp Bojahr entgegen.
Foto: Puppeteers GmbH
Die Entstehung eines eisenzeitlichen Schmuckstücks zeigt die Holovitrine mit Wendehalsring im LWL-Archäologiemuseum.
Foto: LWL/ A. Burmann
Inmitten der Dauerausstellung erscheinen plötzlich "Geister aus der Vergangenheit", hier der Fürst von Beckum.
Foto: Pupeteers GmbH
Mit Hilfe einer App erscheinen historische Menschen inmitten der Dauerausstellung wie aus dem Nichts.
Foto: Puppeteers GmbH
"Augmented Reality", zu deutsch "erhöhte Realität", heißt die Technik, mit der Rekonstruktionen von Menschen möglich sind.
Foto: Pupeteers GmbH
Pressekontakt
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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