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17.05.22 | Kultur Hidden Costs. Ewigkeitslasten

Fotografien von J Henry Fair im Schiffshebewerk Henrichenburg

Polyurethan-Werk in Krefeld, 2010.<br>Foto: J Henry Fair

Polyurethan-Werk in Krefeld, 2010.
Foto: J Henry Fair
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Waltrop (lwl). Am Donnerstag (19.5.) eröffnet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop die Sonderausstellung "Hidden Costs. Ewigkeitslasten" mit Luftbildern des US-amerikanischen Fotografen J Henry Fair. Im Hafengebäube am Oberwasser und auf dem Außengelände sind 45 großformatige Fotos zu sehen. Sie zeigen die Probleme, die die Ausbeutung unseres Planeten mit sich bringt: verseuchte Gewässer, über-formte Landschaften, verbrannte Erde. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt in der nordamerikanischen Heimat des Künstlers, doch auch in Deutschland und Europa findet Fair Motive, die zum Nachdenken anregen.

Fairs Luftbilder, die zuvor unter anderem auf der Zeche Zollern in Dortmund die Besucher be-eindruckten, bestechen zunächst durch ihre seltsame Schönheit: Ein schneeweißer Berg erhebt sich hinter einem grünen Wald, Flüssigkeiten glänzen golden im Licht, bizarre Muster in leuchtenden Farben wecken die Neugier auf die Geschichte hinter dem Bild. "Erst auf den zweiten Blick erschließt sich die Problematik, die der Arbeit des Künstlers zugrunde liegt", erklärte Museumsleiter Dr. Arnulf Siebeneicker am Dienstag (17.5.) bei der Vorstellung der Schau in Waltrop.

Luft, Wasser und Boden sind für Henry Fair unveräußerliche Werte, die allen Lebewesen gehören. Der Umweltaktivist prangert mit seinen Bildern das geltende Wirtschaftssystem an, das es einigen Akteuren ermögliche, dieses Vermögen der Allgemeinheit zu ihrem persönlichen Vor-teil zu plündern, ohne dafür zu bezahlen. Die langfristigen Folgen der Industrialisierung, die sogenannten Ewigkeitslasten, aber trage die gesamte Gesellschaft.

Der Fotograf
Der Umweltaktivist Henry Fair beschäftigt sich schon länger mit industriellen Anlagen. Heimlich betrat er Raffinerien und Kohlebergwerke, doch ihm fehlte die Gesamtperspektive, und die am stärksten vergifteten Landschaften blieben unerreichbar. Die Idee des Zugangs aus der Luft kam ihm während eines Nachtflugs über die USA. Als er in der Morgendämmerung den aus einer Nebeldecke ragenden Kühlturm eines Kraftwerks sah, griff er zur Kamera. Fair nennt es eine Offenbarung: "Ich kann alle meine Ziele aus der Luft erreichen. Ich kann nicht nur Zäune überwinden, sondern auch Landschaften von oben in faszinierende abstrakte Bilder verwandeln."


Katalog: Hidden Costs. Ewigkeitslasten. Fotografien von J Henry Fair. Hg. LWL-Industriemuseum, Robert Laube. 120 reich bebilderte Seiten, zweisprachig dt./engl. Klartext Verlag, Essen 2018, ISBN 978-3-8375-2052-1. Preis: 19,95 Euro.


Hidden Costs. Ewigkeitslasten
Fotografien von J Henry Fair
19. Mai 2022 bis 15.1.2023
LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg,
Am Hebewerk 26, 45731 Waltrop
Schiffshebewerk-henrichenburg.lwl.org

Der Fotograf J Henry Fair bei der Eröffnung der Wanderausstellung "Hidden Costs" an der Hen-richshütte Hattingen.<br>Foto: LWL / Fischer

Der Fotograf J Henry Fair bei der Eröffnung der Wanderausstellung "Hidden Costs" an der Hen-richshütte Hattingen.
Foto: LWL / Fischer

Abwasserbecken der Phosphatdünger-Produktion in Bartow, Florida, USA.<br>Foto: J Henry Fair

Abwasserbecken der Phosphatdünger-Produktion in Bartow, Florida, USA.
Foto: J Henry Fair

Pressekontakt

Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127

presse@lwl.org

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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