12.05.22 | Kultur Erneuerbare Energien in Westfalen
LWL-Veröffentlichung zeigt Verteilung und Potenziale
Der LWL hat jetzt das Buch "Erneuerbare Energien in Westfalen" herausgegeben.
Foto: LWL
Westfalen (lwl). Klimawandel, Erneuerbare Energien, nachhaltige Entwicklung, energetische Unabhängigkeit: Begriffe, die in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte eine große Bedeutung haben. Aber welche Rolle spielt Westfalen dabei? Antwort darauf gibt das Buch "Erneuerbare Energien in Westfalen" das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) jetzt als Band 10 des Atlasses von Westfalen herausgegeben hat.
Grundlage des Buches ist eine Untersuchung im Auftrag der Geographischen Kommission für Westfalen des LWL, die den derzeitigen Ausbaustand der Erneuerbaren Energien in Westfalen zeigt und deutlich macht, dass die Verteilung entsprechend der geographischen Grundvoraussetzungen in Westfalen sehr heterogen ist: Windenergie und Solarenergie wird fast überall genutzt, vor allem aber im Münsterland und Ostwestfalen-Lippe. Strom durch Biomasse gewinnen vor allem die ländlichen Räume, da dort benötigte Abfälle und Pflanzenmengen vermehrt auftreten. Die Wasserkraft wird fast ausschließlich im mittelgebirgigen Gelände Westfalens genutzt.
"Bei allen vier Energiegewinnungsformen ist das Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft", so der Leiter der Studie, Prof. Dr. Thomas Schmitt von der Arbeitsgruppe Landschaftsökologie und Biogeographie der Uni Bochum. Die Gründe seien vielfältig: Umweltschutz, Artenschutz, Landschaftsveränderung, Gesundheit sind nur einige der Stichworte. Die größten Potenziale bei geringsten Konflikten bieten Photovoltaikanlagen auf Dachflächen. Hier biete das dicht besiedelte Ruhrgebiet eine große Chance.
Die Arbeit zählt die Photovoltaikanlagen, Windenergieanlagen, Biogas- und Wasserkraftgewinnung mit den jeweiligen Gesamterträgen auf Kreisebene.
"Für die von allen Seiten eingeforderte Energiewende ist ein weiterer Ausbau der Erneuerbaren Energien und eine begleitende innovative und durchdachte Koppelung von Energien, zum Beispiel bei der Entwicklung von grünem Wasserstoff, unausweichlich", sagt LWL-Direktor Matthias Löb. "Dazu muss die Bevölkerung durch Aufklärung, Akzeptanzbildung und gegebenenfalls durch Gewinnbeteiligung einbezogen werden. So kann auch Westfalen-Lippe einen deutlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten."
Martina Grudzielanek, Tobias Scholz, Bettina Fischer, Ann-Michelle Hartwig und Thomas Schmitt (2022):
Erneuerbare Energien in Westfalen. Atlas von Westfalen, Bd. 10.
Hg. v. d. Geographischen Kommission für Westfalen. Münster.
56 Seiten, mit Abbildungen, Karten und Fotos, eine Kartenbeilage, geb.,
ISBN 978-3-402-14979-9. Preis 9,95 Euro
Das Buch zeigt auch auf, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien auch negative Aspekte hat, wie zum Beispiel Vögel, die von Windkraftanlagen getötet werden.
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Die Nutzung der Erneuerbaren Energien zur Stromgewinnung in Westfalen auf Gemeindeebene.
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Anteil des Ertrags aus Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch 2019 nach Kreisen/kreisfreien Städten Westfalens.
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Stromgewinnung durch Photovoltaik auf Kreisebene in Westfalen.
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Ertrag der Stromgewinnung aus Photovoltaik-Anlagen pro Quadratkilometer.
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Stromgewinnung durch Windenergie auf Kreisebene in Westfalen.
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Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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