06.12.21 | Psychiatrie Therapiegruppe für türkisch-sprachige Frauen mit Depressionen
LWL-Klinik Dortmund: Neues Beratungsangebot
Psychotherapeutin Betül Bilgin lädt türkisch-sprachige Frauen einmal wöchentlich zu Gruppensitzungen ein.
Foto: LWL/Herstell
Initiatorin und Leiterin der Gruppe ist Psychotherapeutin Betül Bilgin. Das Projekt ist ihr eine Herzensangelegenheit: "Auf unseren Stationen habe ich die Beobachtung gemacht, dass bei türkischen Patientinnen die Aufklärung über psychische Störungen unzureichend und in einigen Fällen sogar überhaupt nicht vorhanden ist. Viele berichteten mir später, dass sie sich nach der Aufklärung über ihre Erkrankung und dem Beginn einer Therapie deutlich sicherer fühlten, sich selbst und ihre Umwelt anders wahrnähmen und auch einen besseren Zugang zu ihren eigenen Emotionen hätten."
Betül Bilgin möchte türkischstämmige Frauen aus Dortmund und Umgebung herzlich zu den Gruppensitzungen einladen und ihnen schon vorab mit auf den Weg geben, dass Depressionen grundsätzlich sehr gut behandelbar sind. Die Gruppe richtet sich ausschließlich an Frauen, damit sie ungehemmt über ihre Probleme sprechen können. Die Psychotherapeutin berichtet: "Viele meiner Patientinnen verhielten sich in gemischten Therapien zurückhaltender oder äußerten sich überhaupt nicht." Außerdem rede sich "unter Frauen" oder "unter Männern" generell ungezwungener - in allen Kulturen.
Die neue Therapiegruppe heißt "Kardelen", was auf Deutsch "Schneeglöckchen" bedeutet und ein Symbol der Hoffnung ist. Betül Bilgin: "Es ist ein Vorbote für den kommenden Frühling. Genauso sehe ich die Situation depressiver Frauen. Sie kommen zur Therapie, weil sie trotz schwieriger Zeiten die Hoffnung haben, zurück in ein zufriedeneres Leben zu finden."
Interessentinnen können mittwochs von 10 bis 16 Uhr anrufen und sich anmelden:
Tel. 0231 / 4503 - 2580
Neben Betül Bilgin begleitet die Ärztin und Psychiaterin Annette Siebert die Sitzungen.
Pressekontakt
Angelika Herstell, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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