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29.11.21 | Psychiatrie LWL-Einrichtungen Marsberg

Sichtbares Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen

Auch die LWL-Klinik Marsberg beteiligte sich mit einer Lichtaktion am Tag der Gewalt gegen Frauen. Foto: LWL

Auch die LWL-Klinik Marsberg beteiligte sich mit einer Lichtaktion am Tag der Gewalt gegen Frauen. Foto: LWL
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Marsberg (lwl). Das denkmalgestützte Gebäude Haus 07 der Klinik Marsberg des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am Standort Weist erstrahlte am Donnerstag (25.11.) in Orange. Schönes Bild, trauriger Hintergrund: Das Licht sollte auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen.

Martina Grewe vom Referat Chancengleichheit: "Statistisch gesehen ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner." In der anhaltenden Corona-Pandemie verschärfe sich die Situation, etwa durch häusliche Quarantäne, für viele Frauen.
"Wir möchten Frauen ermutigen ihre Rechte wahrzunehmen", betont Martina Grewe. "Wir als LWL sind über die eigene Historie unserer psychiatrischen Einrichtungen von dem Thema Ge-walt betroffen. Der LWL arbeitet proaktiv Missstände in der Vergangenheit transparent und mahnend auf. Diese Tradition entwickeln wir weiter." Die Aktion baue eine Brücke in die Gegenwart. "Es geht darum, ein öffentliches Bewusstsein zu schaffen: Frauenrechte sind Menschenrechte", sagt sie. "Insbesondere viele unserer Patient:innen, Bewohner:innen und Nut-zer:innen haben psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Auch deshalb möchten wir uns klar positionieren und machen mit."

Auch als Arbeitgeber von rund 1700 Beschäftigten übernähmen die LWL-Einrichtungen Marsberg Verantwortung. "Insbesondere im Bereich der Pflege arbeiten viele Frauen. Statistisch ge-sehen befinden sich also auch unter unseren Mitarbeiter:innen Betroffene", so Martina Grewe. "Dabei hat die Gewalt viele Gesichter: vom Cyber-Mobbing bis zum sogenannten Catcalling." Bei Catcalling handle es sich um Hinterherpfeifen im öffentlichen Raum oder vermeintliche Komplimente, die aber in Wahrheit sexuell aufgeladene übergriffige Kommentare sind und Frauen herabwerten.

"Wir bestimmen, in was für einer Gesellschaft wir leben möchten. Dazu gehört es eben auch auf Themen aufmerksam zu machen und sich intensiv damit auseinanderzusetzen", betont Martina Grewe. "Das orangefarbene Leuchten steht für Respekt, Wertschätzung und Verbundenheit."

Pressekontakt

Hannah Pöppelmann-Reichelt, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Julia Hollwedel, LWL-Klinik Marsberg, Telefon 02992 601-1303, julia.hollwedel@lwl.org

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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