17.11.21 | Kultur LWL verleiht Preis für westfälische Landeskunde an die Historikerinnen Susanne Abeck aus Essen und Dr. Uta Schmidt aus Dortmund
Die Historikerinnen Susanne Abeck (2. v. r.) und Dr. Uta Schmidt (2. v. l.) erhielten den LWL-Preis für westfälische Landeskunde. LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (r.) und Prof. Dr. Malte Thießen, Leiter des LWL-Institutes für westfälische Regionalgeschichte, überreichten die Auszeichnung.
Foto: LWL/ Nolte
"Für mich ist diese Preisverleihung ein wichtiger Anlass, um Forschenden die ihnen gebührende Wertschätzung auszudrücken. Historiker:innen arbeiten oft im 'stillen Kämmerlein'. Für die beiden Preisträgerinnen allerdings trifft das ganz und gar nicht zu. Sie stehen vielmehr seit Jahren im Mittelpunkt zahlreicher Projekte mit ebenso zahlreichen und ganz unterschiedlichen Menschen", sagte Rüschoff-Parzinger. "Mit Susanne Abeck und Uta Schmidt ehren wir zwei Wissenschaftlerinnen, die beide bereits auf ein großes Werk mit einer beeindruckenden Bandbreite zurückblicken können. Die beiden haben sich nie in eine Schublade stecken lassen, sondern ganz unterschiedliche Forschungsschwerpunkte verfolgt."
"Susanne Abeck und Uta Schmidt haben in jahrzehntelanger ehrenamtlicher und freiberuflicher Tätigkeit für die Forschung und Vermittlung der westfälischen Landeskunde wegweisende Arbeiten vorgelegt, unter anderem zur Geschichte der Industriekultur, zum 'Dritten Reich' im Ruhrgebiet, zur Migrations-, Arbeiter-, Frauen- und Geschlechtergeschichte, zur Erinnerungskultur im Ruhrgebiet sowie zur Unternehmens- und Konsumgeschichte", heißt es in der Begründung des Rates für westfälische Landeskunde. "Darüber hinaus haben beide durch ihre ehrenamtliche Arbeit mit einer außergewöhnlichen Bandbreite an unterschiedlichen Vermittlungsformaten wie Publikationen, Ausstellungen, Medienbeiträgen und Internetangeboten - von dem bundesweit beachteten Internetportal zur Frauengeschichte über Blogs bis hin zu Podcast-Serien - ein ungewöhnlich breites Publikum aller Altersstufen für die Landeskunde begeistert", so der Rat weiter. In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Malte Thießen, Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte, besonders den aktiven Wissenstransfer der Historikerinnen: "Landesgeschichte ist nicht die Geschichte des Landes, sondern der Menschen. Und genau dort verorten die beiden Preisträgerinnen ihre Projekte: In der Gesellschaft, die ihre Gegenwart dank der Forschungen von Susanne Abeck und Uta Schmidt besser verstehen kann."
Die 1962 in Essen geborene Abeck studierte an der Ruhr-Universität Bochum Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft. Nach dem Studium war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ausstellung "Feuer & Flamme", hat drei Jahre lang freiberuflich für das Rheinische Industriemuseum in Oberhausen gearbeitet und war von 1998 bis 2009 Geschäftsführerin des Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher. 2009 hat sie sich mit einem Büro für Geschichtskommunikation selbstständig gemacht. Daneben ist sie als Lehrbeauftragte an der Ruhr-Universität Bochum und als Dozentin der Museumsakademie "Musealog" in Emden tätig.
Die heute in Dortmund lebende Schmidt wurde 1958 in Herne geboren. Sie studierte Neuere Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum, 1992 promovierte sie an der Universität Bielefeld zum Thema "Theorie-und Methodenprobleme einer feministisch perspektivierten Geschichtswissenschaft". Schmidt war Mitarbeiterin verschiedener Forschungsprojekte an den Universitäten Bonn und Hannover sowie am Zentrum für Zeithistorischen Forschung Potsdam und beim Kreis Steinfurt. Seit 2008 ist sie Projektleiterin und Autorin von "Frauen.ruhr.geschichte". Von 2009 bis 2017 war sie Lehrbeauftragte an der Universität Duisburg-Essen. Seit 2017 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Koordinations- und Forschungsstelle des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW.
Seit 2019 arbeiten Abeck und Schmidt gemeinsam an der Drehbuchentwicklung "heimat ver*rückt", einer stadtgeschichtlichen Ausstellung im Ruhrtal Museum Schwerte.
Hintergrund
Der LWL vergibt seinen LWL-Preis für westfälische Landeskunde (früher Förderpreis) jährlich an ehrenamtlich engagierte Personen, die einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur westfälischen Landeskunde leisten. Er soll diejenigen unterstützen, die meist ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer Universität oder Forschungseinrichtung in ihrer Freizeit wesentliche Arbeitsergebnisse erbringen.
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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