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11.11.21 | Psychiatrie Stationärer Bereich des LWL-Pflegezentrums Gütersloh schließt

LWL sucht für 17 Bewohner:innen neue heimatnahe Pflegeplätze / Personelle Engpässe sorgen für Aus

Gütersloh (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat entschieden, dass der vollstationäre Bereich des LWL-Pflegezentrums Gütersloh zum nächst möglichen Zeitpunkt geschlossen werden muss. Entscheidender Grund dafür ist die personell angespannte Lage im Pflegezentrum auf dem Gelände des LWL-Klinikums Gütersloh. Darüber wurden jetzt die Politiker:innen der zuständigen Ausschüsse beim LWL informiert. Sie unterstützen einstimmig das weitere Vorgehen zur Schließung.

"Wir bedauern sehr, dass wir diese hervorragend geführte Einrichtung für insgesamt 25 Bewohnerinnen und Bewohner nun doch schließen müssen, aber es ist jetzt ein Punkt einer Entwicklung erreicht, an dem wir die Bewohner:innen nicht mehr so gut und regelgerecht versorgen können, wie wir uns das wünschen", sagte LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker.

Eine stark erhöhte Anzahl von Krankmeldungen bei den Mitarbeiter:innen des Pflegezentrums habe akut dazu geführt, dass lediglich die Hälfte der Personalkapazitäten für die medizinische, pflegerische und soziale Versorgung der Bewohner:innen eingesetzt werden konnte. Deswegen mussten bereits acht der 25 Bewohner:innen des vollstationären Bereiches in anderen Pflegeeinrichtungen in Gütersloh untergebracht und die 17 anderen auf einen Wohnbereich im LWL-Pflegezentrum konzentriert werden, um deren Versorgung sicherzustellen.

"Wir haben die Angehörigen unserer Bewohner:innen so schnell wie möglich über diesen notwendigen Schritt informiert. Wir bedauern die kurzfristige Entscheidung sehr, sehen aber nicht zuletzt im Interesse der pflegebedürftigen Personen keine andere, auf Dauer tragfähige Lösung", sagte der Kaufmännische Direktor der Klinik, Timo Siebert.

Hauptgrund der Schließung sei vor allem der akute personelle Engpass im Pflegebereich. Das Personalbesetzungsproblem habe auch durch Honorarkräfte nicht zufriedenstellend entschärft werden können. Der Personalpool für eine kleine Einrichtung mit dreißig Plätzen sei zu gering, als dass Belastungsspitzen infolge von Personalausfällen jederzeit gut kompensiert werden könnten, so Siebert. Letztlich sei man nicht geschützt davor, dass sich ein solcher Engpass angesichts der extrem schwierigen Verfügbarkeit von qualifiziertem Pflegepersonal jederzeit kurzfristig wiederholen könne. Dies wäre jedes Mal mit dem Risiko verbunden, dass man entweder sehr schnell Verlegungen durchführen müsse oder aber die LWL-Qualitätsstandards gefährde. Diese beiden Möglichkeiten wären aber in einer erneuten Krise langfristig nicht zumutbar und könnten daher dauerhaft nicht überzeugen.

Verschiedene Lösungsansätze wie die Umwandlung in eine Spezialeinrichtung der Eingliederungshilfe seien zwar geprüft worden, führten aber nicht zu einer langfristig tragbaren Lösung für das bestehende Pflegezentrum, erklärte Siebert.

Der Kaufmännische Direktor versprach, dass für die noch 17 verbliebenen Bewohner:innen ebenso eine individuelle Lösung in einer anderen Pflegeeinrichtung heimatnah ohne Zeitdruck gefunden werden solle wie zuvor schon für die acht anderen. Die Angehörigen und Betreuer:innen werden zu einer Informationsveranstaltung eingeladen und über das weitere Vorgehen individuell informiert und beraten.

LWL-Krankenhausdezernent Noeker garantierte den Mitarbeitenden des Pflegezentrums, dass bestehende Arbeitsverträge beim LWL fortgeführt werden können. Der LWL-Psychiatrieverbund werde entsprechende Angebote zur Versetzung am Standort Gütersloh oder auch an anderen Standorten zusichern, so Noeker.
Der konkrete Zeitpunkt der Schließung bestimme sich nach den Fortschritten bei der Suche nach neuen Pflegeplätzen für die Bewohner:innen und Arbeitsplätzen für die Beschäftigten. Die Fortführung der Tagespflege und das Ambulante Pflegeangebot durch eine Anbindung an das LWL-Klinikum Gütersloh oder den Wohnverbund Gütersloh werde aktuell angestrebt und geprüft, betonte Siebert.


Hintergrund:
Das LWL-Pflegezentrum Gütersloh hatte planmäßig 30 stationäre Wohnplätze, vier stationäre Kurzzeitpflegeplätze und 14 Tagespflegeplätze. Dort werden Menschen betreut, die pflegebedürftig sind. Der Schwerpunkt der Pflege und Betreuung liegt bei Menschen mit demenziellen Veränderungen und mit psychischen Erkrankungen. Das LWL-Pflegezentrum kooperierte eng mit der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie des LWL-Klinikums Gütersloh.

Pressekontakt

Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

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Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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