03.11.21 | Psychiatrie Ein neues Zuhause für Fritzi und Nala
LWL-Klinik Marl-Sinsen nimmt zwei verwaiste Rehkitze auf
Freuen sich über den Einzug von Fritzi und Nala: Das Team der Tiergestützten Therapie Michelle Bollert und Petra Wiethoff. Es fehlt Elke Bein.
Foto: LWL/Seifert
"In der freien Natur hätten die beiden nur wenig Überlebenschancen. Dazu sind sie zu sehr an Menschen und andere Tiere wie Hunde gewöhnt", erklärt Petra Wiethoff, Fachkraft für tiergestützte Therapie an der LWL-Klinik Marl-Sinsen "Sie würden zum Beispiel vor Hunden nicht wegrennen und wären eine leichte Beute."
Durch einen privaten Kontakt sind Guido Pöppelmann und Britta Kohlwey auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, die Tiere in der LWL-Klinik Marl-Sinsen unterbringen zu können. Hier finden die mittlerweile fünf Monate alten Freundinnen jetzt inmitten der bereits bestehenden Damwild Herde ein sicheres Zuhause.
Und die jungen Patienten profitieren schon jetzt von den beiden Neuankömmlingen wie Michelle Bollert, ebenfalls Fachkraft für tiergestützte Therapie, erzählt: "Die kleinen Kitze brauchen für ihre Entwicklung außer dem normalen Futter auch frische Nuss- oder Eichenzweige. Um die frischen Triebe selbst zu pflücken, sind sie noch zu klein. Deshalb sammeln wir die Zweige gemeinsam mit den Patienten und Patientinnen und stecken sie anschließend in den Boden. Dann sieht es für die Rehkitze so aus, als würden sie aus der Erde wachsen. So gewöhnen sie sich auf Dauer daran, selbst Triebe zu pflücken." Fritzi und Nala beim genüsslichen Verspeisen des selbst beschafften Futters zuzusehen sei eine schöne und wichtige Selbstwirksamkeitserfahrung für die Jungs und Mädchen, so Bollert.
Hintergrund
Seit 2007 gibt es die tiergestützte Therapie in der LWL-Klinik Marl-Sinsen. Auf einem zwei Hektar großen Gelände leben zahlreiche vierbeinige Co-Therapeuten wie Meerschweinchen, Zwergesel, Heidschnucken, Ziegen und eine Damwild-Herde. Durch die Arbeit mit Tieren wird die sozial-emotionale, körperliche und seelische Entwicklung der jungen Patienten und Patientinnen gefördert.
Fitzi fühlt sich schon wie zu Hause.
Foto: LWL/Seifert
Nala prüft schon mal die Qualität der Verpflegung.
Foto: LWL/Seifert
Pressekontakt
Kerstin Seifert, LWL-Klinik Marl-Sinsen - Haardklinik -, Telefon: 02365 802-2126 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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