07.10.21 | Psychiatrie Raus aus der Tabuzone: Wenn Einsamkeit mehr ist, als nur alleine zu sein
LWL-Universitätsklinikum Bochum lädt Interessierte zur Online-Eröffnung der Einsamkeitssprechstunde am 13. Oktober ein. Berliner Experte hält Vortrag.
Stellen in einer Online-Veranstaltung am 13.10. die neue Spezialsprechstunde "Einsamkeit" vor (v.l.): Ambulanzärztin Dr. Sie-In Lee-Grimm, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Georg Juckel und Psychologin Maureen McMonagle.
Foto:: LWL
Das Thema "Einsamkeit" beschäftigt Prof. Dr. Georg Juckel, Ärztlicher Direktor des LWL-Universitätsklinikums Bochum, nicht erst seit Corona. 2018 veröffentlichte er gemeinsam mit einem Betroffenen einen Fachaufsatz zur Einsamkeit bei psychischen Erkrankungen. "Einsamkeit macht krank und ist unter Umständen auch tödlich", schildert Prof. Juckel. "Indem wir das Thema aus der Tabuzone holen und darüber reden, schenken wir den betroffenen Menschen mehr Beachtung und können gezielt helfen." Symptome sind unter anderem Traurigkeit, Lustlosigkeit oder Überforderung. Der Stressforscher und Psychiater Prof. Dr. Mazda Adli, Fliedner-Klinik Berlin, wird in seinem Vortrag über das Phänomen der Einsamkeit sprechen und Fachärztin Dr. Sie-In Lee-Grimm, LWL-Institutsambulanz in Bochum, das neue Angebot vorstellen.
Gemeinsam mit der Psychologin Maureen McMonagle wird Dr. Lee-Grimm in ihrer Sprechstunde künftig den Gründen der Einsamkeit nachgehen, beraten, Hilfen zur Selbsthilfe und möglicherweise Gruppentherapie empfehlen, um damit einer psychischen Erkrankung wie einer Depression, Angst- oder Suchterkrankung zuvorzukommen, aber auch körperlichen Erkrankungen wie Herzleiden oder Diabetes. "Wenn Menschen ein diffuses Gefühl verspüren, Befindlichkeitsstörungen bemerken oder negative Gedanken haben, die noch nicht in eine Krise eskalieren, dann empfehlen wir den Weg in unsere Sprechstunde", so Georg Juckel.
Interessierte können sich per E-Mail: forschungundlehre@lwl.org mit dem Betreff "Einsamkeit" anmelden. Mit der Bestätigung erhalten die Teilnehmenden dann einen Teilnahmelink.
Anmeldungen zur Sprechstunde "Einsamkeit" nimmt die LWL-Institutsambulanz Bochum entgegen:
Tel. 0234 5077-1190
Montag 8.00 Uhr - 16.30 Uhr
Dienstag 8.00 Uhr - 15.00 Uhr
Mittwoch 8.00 Uhr - 16.30 Uhr
Donnerstag 8.00 Uhr - 16.30 Uhr
Freitag 8.00 Uhr - 16.30 Uhr
Pressekontakt
Rosa Sommer, LWL-Universitätsklinikum Bochum, Telefon: 0151 40635802, rosa.sommer@lwl.org und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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