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16.09.21 | Maßregelvollzug Neues Quartier für Insekten in Hüde

LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem und Hüder Dorfverein übergeben Insektenhotel an Samtgemeinde Altes Amt Lemförde

Der Arbeitspädagoge der LWL-Klinik Schloss Haldem, Ingo Jacob, (v.l.) stellte gemeinsam mit Bruno Matzke und Axel Lustig vom Hüder Dorfverein und Bernd Heuchel (Bauhof Samtgemeinde Altes Amt Lemförde) am Dorfgemeinschaftshaus in Hüde ein Insektenhotel auf.<br>Foto: LWL

Der Arbeitspädagoge der LWL-Klinik Schloss Haldem, Ingo Jacob, (v.l.) stellte gemeinsam mit Bruno Matzke und Axel Lustig vom Hüder Dorfverein und Bernd Heuchel (Bauhof Samtgemeinde Altes Amt Lemförde) am Dorfgemeinschaftshaus in Hüde ein Insektenhotel auf.
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Stemwede/Hüde (lwl). Insekten in Hüde (Landkreis Diepholz in Niedersachsen) können sich auf ein neues Quartier freuen. Auf dem Vorplatz des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) haben Mitarbeiter der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem und des Bauhofes der Samtgemeinde Altes Amt Lemförde zusammen mit Mitgliedern des Hüder Dorfvereins ein Insektenhotel aufgestellt. Gefertigt wurde das fast 500 Kilo-Schwergewicht aus Lärchenholz von Patienten der Suchtfachklinik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in der hauseigenen Holzwerkstatt.

Ermöglicht hatte dies der Hüder Dorfverein mit Hilfe von Spendengeldern. Der Verein um Bruno Matzke und Axel Lustig hatte vor dem DGH bereits eine Wildblumenwiese angelegt. Das Insektenhaus soll den Einsatz für den Naturschutz vor Ort nun komplett machen.

Rund sechs Wochen hatten Patienten der forensischen Klinik in der Holzwerkstatt an dem knapp drei Meter hohen und 2,70 Meter breiten Insektenhotel gearbeitet; es mit gelochten Baumscheiben, Bambusabschnitten, Holzwolle, Baumrinde, Nadelholzzapfen und Hohlziegelsteinen und anderen Nistmaterialien gefüllt.

"Für unsere Patienten ist das ein schönes Projekt. Sie schaffen etwas mit ihren Händen, das nun nicht nur für sie, sondern nun auch für andere sichtbar geworden ist", sagt Ingo Jacob. Der Tischlermeister und Arbeitspädagoge betreut mit seinen Kollegen 13 Patienten in der Arbeitstherapie "Holz" der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem. "Wir können in der Werkstatt natürlich keine hohen Stückzahlen anfertigen und arbeiten auch nicht termingebunden. Die Therapie der Patienten steht bei uns im Vordergrund", so Jacob.

Suchtkranke Patienten werden in der Arbeitstherapie unter möglichst realitätsnahen Bedingungen Schritt für Schritt an die Arbeit herangeführt. "Das Wiedererlernen eines strukturierten Tagesablaufes und die Förderung von Motivation und Kreativität spielt dabei eine große Rolle", so Jacob. Hauptziel der Arbeitstherapie sei es - je nach Lockerung und Belastbarkeit der Patienten - auf eine Wiedereingliederung in den beruflichen Alltag hinzuarbeiten.

Hintergrund:
Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke) ist ein Fachkrankenhaus für suchtkranke Straftäter. Rechtsgrundlage für die Aufnahme ist eine gerichtliche Verurteilung nach Paragraf 64 Strafgesetzbuch (StGB) zu einer Maßregel der Besserung und Sicherung in einer Entziehungsanstalt. Neben einer gesicherten Aufnahmestation, mehreren gesicherten Therapiestationen, gibt es drei Außenwohngruppen sowie eine forensische Nachsorgeambulanz. Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem steht als eine von derzeit sechs Maßregelvollzugskliniken in der Trägerschaft des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL).

Pressekontakt

Bianca Hannig, LWL-Maßregelvollzug, 0251 591-3476 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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