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16.09.21 | Maßregelvollzug Ausbildungskooperation zwischen LWL-Forensik Marsberg und Berufskolleg Olsberg

Therapiezentrum übernimmt Praxisausbildung für Nachwuchs in der Heilerziehungspflege

Werner Rittmann und Susanne Sauerland-Witteler vom Berufskolleg Olsberg und Bianca Wünscher und Hubertus Gerlach vom LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg (v.l.) freuen sich auf die gemeinsame Kooperation.<br>Foto: LWL/Hollwedel

Werner Rittmann und Susanne Sauerland-Witteler vom Berufskolleg Olsberg und Bianca Wünscher und Hubertus Gerlach vom LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg (v.l.) freuen sich auf die gemeinsame Kooperation.
Foto: LWL/Hollwedel
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Marsberg (lwl). Das LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und die Fachschule für Heilerziehungspflege am Berufskolleg Olsberg gehen künftig gemeinsame Wege. Hubertus Gerlach, Pflegedirektor des LWL-Therapiezentrums, und Werner Rittmann, Koordinator der Fachschule, haben nun in Marsberg einen Kooperationsvertrag für die Ausbildung in der Heilerziehungspflege (HEP) unterzeichnet.

HEP-Auszubildende erhalten damit die Möglichkeit, ihre Praxisausbildung in Teilzeit oder ihr Anerkennungsjahr in der Marsberger Forensik zu absolvieren. Zudem stellt die Fachklinik Praktikumsplätze zur Verfügung. Das Berufskolleg Olsberg kümmert sich derweil um die theoretischen sowie fachpraktischen Aspekte der Ausbildung. Susanne Sauerland-Witteler, Bildungsgangverantwortliche der Fachschule für Heilerziehungspflege am Berufskolleg Olsberg: "Die Kooperation ist eine Bereicherung für beide Seiten."

Im Hinblick auf den künftigen wachsenden Fachkräftemangel vor allem im ländlichen Raum sieht Pflegedirektor Hubertus Gerlach in der Kooperation auch eine große Chance, qualifiziertes Personal für die Zukunft des LWL-Therapiezentrums Marsberg zu gewinnen. "Wir wollen den Beruf und das Facettenreichtum der Heilerziehungspflege bekannter machen", sagt er. Denn viele Menschen assoziierten die Heilerziehungspflege eher mit Tätigkeiten in Kindertagesstätten oder Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderung. "Das interessante und abwechslungsreiche Arbeitsfeld Forensik aber haben bislang nur wenige auf dem Schirm", weiß Gerlach, der auf der Suche nach Azubis sei, die eine gewisse Lebenserfahrung mitbringen, vielleicht schon eine andere Ausbildung absolviert und einige Jahre in einem anderen Beruf gearbeitet haben.

Beide Vertragspartner können sich gegenseitig geeignete Kandidat:innen empfehlen. Dabei profitiert die forensische Klinik vom Einzugsgebiet des Berufskollegs, das sich auf rund achtzig Kilometer erstreckt.

Die engmaschige Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Ausbildung sei für alle Parteien ein Vorteil, so Gerlach. In der dreijährigen Ausbildung gebe es zweimal in der Woche feste Schultage. "Wir bleiben im ständigen Austausch", betont Gerlach. "Unsere Praxisanleiter werden durch das Berufskolleg Olsberg unterstützt, damit sie als Bindeglied zwischen Schule und Einrichtung reagieren und agieren können."

Bereits vor einigen Jahren ging das LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt eine erfolgreiche Ausbildungskooperation mit dem Berufskolleg Olsberg ein. "Wir freuen uns mit der jetzt beschlossenen Kooperation noch mehr Ausbildungsstätten in der Forensik vorschlagen zu können", so Sauerland-Witteler.

Hintergrund:
Das LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg ist ein Fachkrankenhaus für suchtkranke Straftäter mit derzeit 111 stationären Therapieplätzen. Die Einrichtung steht als eine von derzeit sechs Maßregelvollzugskliniken in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Rechtsgrundlage für die Aufnahme ist eine gerichtliche Verurteilung nach Paragraf 64 Strafgesetzbuch zu einer sogenannten Maßregel der Besserung und Sicherung.

Das LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg beschäftigt rund 180 Mitarbeitende. Die größte Berufsgruppe bildet dabei der Pflege- und Erziehungsdienst. In den Teams arbeiten Gesundheits- und Krankenpfleger:innen, Erzieher:innen, Heilerziehungspfleger:innen und Altenpfleger:innen.

Pressekontakt

Bianca Hannig, LWL-Maßregelvollzug, 0251 591-3476 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235

presse@lwl.org

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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