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28.07.21 | Kultur Stadtarchäologie Paderborn

Führungen über aktuelle Ausgrabung

Mühlenstraße/Krämerstraße: Blick von Norden auf die Grabungsfläche mit Resten der frühneuzeitlichen Bebauung.<br>Foto: LWL-Archäologie/S. Gai

Mühlenstraße/Krämerstraße: Blick von Norden auf die Grabungsfläche mit Resten der frühneuzeitlichen Bebauung.
Foto: LWL-Archäologie/S. Gai
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Paderborn (lwl). Ab sofort bietet die Stadtarchäologie Paderborn für Bürger und Bürgerinnen ein besonderes Angebot: "Einen Blick auf die städtebauliche Geschichte Paderborns in unmittelbarer Nähe des Paderquellgebiets, und zwar aus Perspektive der Archäolog:innen", erklärt Stadt- und LWL-Archäologin Dr. Sveva Gai.

Ab dem 4. August führen der Grabungsleiter Robert Gündchen und die Archäologin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Gai, jeden Mittwoch um 16 Uhr Interessierte über eine aktuelle Ausgrabung mitten im Paderborner Stadtgebiet. Teilnehmenden wird ausdrücklich zu festem Schuhwerk geraten.

Seit einigen Monaten finden an der Mühlenstraße 36/Krämerstraße Ausgrabungen statt. Ein Neubau mit Tiefgarage sollen hier entstehen, wo einst das alte "Red House" gestanden hat. Die Archäolog:innen werfen vor Baubeginn einen Blick in den Boden, da bei Erdarbeiten im Paderborner Altstadtgebiet beinahe immer mit archäologischen Entdeckungen vergangener Zeiten zu rechnen ist.

"Die Bebauung der jüngsten Neuzeit zeigt bisher ein sehr artikuliertes Bild, das von den Eintragungen im Urkataster von 1830 abweicht", erklärt Gai.

Überreste der älteren, spätmittelalterlichen Bebauung zeichnen sich bereits ab. Diese Überreste werden ermöglichen, Rückschlüsse auf die Topografie und Funktion der Paderborner Bebauung nahe der Pader-Quellen zu ziehen, so die Stadtarchäologin. Die Fachleute erwarten ältere Spuren, die zurück in die Karolingerzeit versetzen. "Das zeigt einmal mehr, wie wichtig archäologische Untersuchungen sein können, auch wenn Schrift- und Bildquellen zu Verfügung stehen", stellt Gai fest.

Die Stadtarchäologie Paderborn lädt Interessierte ein, sich bis zur Beendigung der Grabungsarbeiten (voraussichtlich Ende September) hier selbst ein "Stadtbild" zu machen.


Die Stadtarchäologie bittet um vorherige Anmeldung an folgende Mailadresse: Sveva.gai@lwl.org

Mühlenstraße/Krämerstraße: Eine Mauerecke des abgetragenen Red House, das hier bis vor kurzem stand. Die Grundrissmauer des Red House liegt über älterem Mauerwerk. Ein neuzeitlicher Brunnen wird gerade zur Hälfte abgebaut, ein weiterer Schacht im Vordergrund.<br>Foto: LWL-Archäologie/S. Gai

Mühlenstraße/Krämerstraße: Eine Mauerecke des abgetragenen Red House, das hier bis vor kurzem stand. Die Grundrissmauer des Red House liegt über älterem Mauerwerk. Ein neuzeitlicher Brunnen wird gerade zur Hälfte abgebaut, ein weiterer Schacht im Vordergrund.
Foto: LWL-Archäologie/S. Gai

Pressekontakt

Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Sandra Görtz, LWL-Archäologie für Westfalen, Tel.: 0251 591-8946

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