29.06.21 | Kultur Faszination Farbe: Rot, grün, blau statt trist und grau
Sonderausstellung im LWL-Freilichtmuseum Hagen
Die Sonderausstellung beschäftigt sich vor allem mit naturwissenschaftlich-technischen Aspekten der Farben.
Foto: Carl Bosch Museum
Die Schau im Ausstellungsgebäude des Museums leitet die Besucher mit Mitmachstationen an naturwissenschaftliche Phänomene heran: Was sind Farben? Was sind Pigmente? Wie entstehen Farben? Was passiert, wenn Farben gemischt werden? Wie kommt es, dass die Augen Farben wahrnehmen können? Wie begegnen sie den Menschen im Alltag? Welchen Zweck erfüllen sie? Fragen wie diese beantwortet die Ausstellung allgemeinverständlich.
"Mit ihrer Ausdrucksstärke und Auffälligkeit sind Farben eines der wichtigsten Kommunikationsmittel für Menschen mit unterschiedlich starken Symbol- und Bedeutungsfunktionen", sagt Ausstellungsmacherin Anke Hufschmidt. "So steht zum Beispiel Gelb - zumindest in Deutschland - als Erkennungsfarbe für die Post und Briefkästen. Oder Rot für die Feuerwehr." Diese Farbaspekte ergänzt die Ausstellung um ihre Bedeutung und Funktion in Handwerk, Gewerbe und Technik.
Farbsysteme und Farbmittel
Farben sind komplex. Es ist schwierig, sie exakt zu bestimmen und zu kategorisieren. Johann Wolfgang von Goethe, andere Künstler und Wissenschaftler entwickelten verschiedene Farbskalen, um Farben sowie ihre Eigenschaften besser einordnen zu können. Heute sind unter anderem Farbsysteme wie RAL- und Pantone-Farben gebräuchlich, die auch die Präsentation vorstellt.
Ein anderer Ausstellungsbereich thematisiert die historische Herstellung pflanzlicher und mineralischer Farben, die für künstlerisches Schaffen oder für das Textilfärben benötigt wurden. "Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden künstliche Farben erfunden, die Anilinfarben. Sie veränderten die bis dahin in Naturfarben gehaltene Welt und beglücken heute alle Lebensbereiche mit einer durchdringenden, früher unvorstellbaren Farbenvielfalt", so Hufschmidt. Die Ausstellung stellt auch "funktionellen Farben" vor. Das sind Farbstoffe, die in der Medizin, der Pharmazie und bei der Speicherung von Daten eingesetzt werden. Dabei übernehmen sie eine Funktion und reagieren auf äußere Einflüsse, wie Licht, Temperatur, elektrische Potenziale oder pH-Wert. Zu diesen Farben erzählt der Ausstellungsbereich "Farbgeschichten" und nennt die Besonderheiten einzelner Farben wie "Titanweiß" oder "Carbon Black".
Das Hagener LWL-Freilichtmuseum ergänzt die vom Carl-Bosch-Museum aus Heidelberg übernommene Ausstellung mit Objekten aus der eigenen Sammlung und zeigt, welche Rolle Farben speziell im Handwerk und Gewerbe spielen. Da gibt es Farbmusterkarten für Maler und Lackierer, aber auch unerwartete Objekte wie eine Lakespritze aus dem Fleischerhandwerk zu entdecken.
Mit der Familienrallye, die an der Kasse kostenfrei erhältlich ist, kann die ganze Familie die Farben im Freilichtmuseum und in der Ausstellung erforschen.
Ein bunter Katalog mit vielen Abbildungen vertieft den Einblick in das vielseitige Thema "Farben im Handwerk".
Die interaktive Station bietet den Besuchern die Gelegenheit, additive Farbmischungen auszuprobieren.
Foto: Carl Bosch Museum
Diese Ausstellungsstation erklärt die Optik der Farben.
Foto: Carl Bosch Museum
In diesem Schaukasten erleben die Besucher die Wirkung von Neonfarben.
Foto: Carl Bosch Museum
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Uta Wenning-Kuschel, LWL-Freilichtmuseum Hagen, Telefon: 02331 780-7113, Handy: 0151 40635972,
LWL-Freilichtmuseum Hagen
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Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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