16.06.21 | Kultur Themenjahr "Karl der Große"
LWL-Museum in der Kaiserpfalz startet mit Familienführungen
Ab sofort bietet das LWL-Museum in der Kaiserpfalz wieder öffentliche Führungen an.
Foto: LWL/ C. Pluschke
Los geht es am Samstag (19.6.) um 15 Uhr mit einem Rundgang für Familien mit Kindern zum Wohnen in der Karlsburg und auf dem Land vor 1.200 Jahren. Die Besucher:innen lernen im LWL-Museum in der Kaiserpfalz die Materialien und Techniken kennen, die für den Bau von mittelalterlichen Häusern verwendet wurden. Sie erfahren, wie man auch ohne Geodreieck einen rechten Winkel zeichnet, warum der Schlussstein in einem Gewölbe eine wichtige Rolle spielt oder weshalb man beim Bau eines Dachstuhls auf Montagekleber verzichten kann. Im Anschluss können die Teilnehmer:innen selbst leuchtende Glasscheiben mit karolingischen Motiven gestalten. Die Kosten für die Führung betragen 20 Euro pro Familie.
"Abschreiben erlaubt!" heißt es am Samstag (26.6.), um 15 Uhr für Familien mit Kindern ab acht Jahre. Der Rundgang gibt einen Einblick in die karolingische Schrift und Malerei. Wer konnte damals überhaupt lesen und schreiben und wo lernte man es? Vor rund 1.500 Jahren waren Klöster Orte der Bildung und des Wissens. In den Skriptorien schrieben Mönche Texte aus der Bibel ab, an großen Klöstern und Kathedralen gab es Schulen, um vor allem Lateinisch lesen und schreiben zu lernen. Karl der Große führte dazu eine neue Schrift mit gut lesbaren Buchstaben ein - die karolingische Minuskel. Auch in der Pfalz Karls des Großen fanden Archäolog:innen Schreibgriffel. Nach dem Museumsrundgang können es die Teilnehmenden den karolingischen Schreibern gleichtun: Auf Pergament mit Federkiel und selbst gemischter Tinte schreiben sie den eigenen Namen in karolingischen Minuskeln.
Die kostenlosen öffentlichen Führungen am Sonntag im LWL-Museum in der Kaiserpfalz starten mit einem Rundgang durch die Paderborner Königspfalzen (20.06). Könige und Kaiser hielten sich im Mittelalter gerne in Paderborn auf. Zwei königliche Palastanlagen - Pfalzen genannt - wurden hier bei Ausgrabungen entdeckt. Im Mittelpunkt des Rundgangs steht die Palastanlage Heinrichs II. aus dem 11. Jahrhundert. Als Mauerreste der Pfalz bei Ausgrabungen freigelegt wurden, waren sie so gut erhalten, dass ein Wiederaufbau möglich war, der auch die historische Bausubstanz einbezieht. Interessierte können direkt innerhalb dieser geschichtsträchtigen Gemäuer einen Einblick in Wohnen und Repräsentieren der Könige im Mittelalter erlangen. Auch über die Pfalz Karls des Großen, die 776 an gleicher Stelle wie die spätere Pfalz Heinrichs II. erbaut wurde, erfahren die Teilnehmer:innen mehr.
Bei der kostenlosen öffentlichen Führung "Weg mit dem faden Brei..." am Sonntag (27.6.) um 15 Uhr erfahren Erwachsene, Jugendliche und Kinder mehr über die kulturellen Hintergründe königlicher Empfänge und höfischen Speisens. Die Teilnehmer:innen erfahren, welche Gewürze schon vor Jahrhunderten beliebt waren und wie kompliziert sich die Tischsitten gestalteten.
An den Führungen am Samstag kann nur eine Familie teilnehmen. Die Kosten betragen 20 Euro pro Familie inkl. Museumseintritt und Material. Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon 05251/1051-10 oder per E-Mail an: angelika.mateja@lwl.org.
Die Führungen am Sonntag sind kostenlos. Zu zahlen ist nur der Museumseintritt. Die Teilnehmerzahl ist auf 19 Personen begrenzt. Die Anmeldung erfolgt vor Ort.
Termine im Überblick
Samstag, 19.6., 15 Uhr
"Wo der König wohnte", Führung für eine Familie mit Kindern ab 8 Jahre mit anschließender Bastelaktion
Sonntag, 20.6., 15 Uhr
"Die Paderborner Königspfalzen", Führung für Erwachsene, Jugendliche, nur Eintritt
Samstag, 26.6., 15 Uhr
"Abschreiben erlaubt!", Führung für eine Familie mit Kindern ab 8 Jahre mit anschließender Bastelaktion
Sonntag 27.6., 15 Uhr
"Weg mit dem faden Brei!", Führung für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, nur Eintritt
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.lwl-kaiserpfalz-paderborn.de
https://de-de.facebook.com/museuminderkaiserpfalz/
https://www.instagram.com/lwl_kaiserpfalzmuseum/
Mit den Museumspädagog:innen geht es samstags und sonntags um 15 Uhr auf Entdeckungstour durch das LWL-Museum in der Kaiserpfalz.
Foto: LWL/C. Westermann
Im Programm "Abschreiben erlaubt!" (26.6., 15 Uhr) kann eine Familie im Anschluss an den Museumsrundgang in die Fußstapfen der karolingischen Schreiber treten: Auf Pergament mit Federkiel und selbst gemischter Tinte schreiben die Teilnehmer:innen den eigenen Namen in karolingischen Minuskeln.
Foto: LWL/C. Westermann
Mehr über das Wohnen und Bauen im Mittelalter erfahren Familien mit Kindern ab acht Jahre bei der interaktiven Führung am Sonntag (19.6.), um 15 Uhr.
Foto: LWL/C. Westermann
Pressekontakt
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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