09.06.21 | Soziales Selbstbestimmt leben
Spatenstich für Smart-Home in Sassenberg
Gaben den Startschuss für den Neubau (v.l.n.r.): Rolf Möllmann (LWL-Landschaftsversammlung, CDU), Klaus Burhoff (Burhoff und Burhoff Architekten), Josef Uphoff (Bürgermeister von Sassenberg), Matthias Löb (LWL-Direktor), Lena Schmitfranz (zukünftige Mieterin), Dr. Olaf Gericke (Landrat Kreis Warendorf), Annette Schmidt (Geschäftsführerin der SeWo gGmbH) und Andreas Rösner (Pfarrer der Kirchengemeinde Sassenberg).
Foto: LWL
Die Projektgesellschaft SeWo gGmbH, deren Gesellschafter der LWL ist, wird das Wohnhaus in Sassenberg voraussichtlich bis Sommer 2022 fertigstellen. Mit Unterstützung des Caritasverbands im Kreisdekanat Warendorf soll vierzehn jungen Erwachsenen mit Behinderung als Mieter:innen eine höhere Selbstständigkeit im Wohnen und in der Lebensführung ermöglicht werden.
LWL-Direktor Matthias Löb: "Ich freue mich, dass mit dem Neubau des Wohnhauses nun auch in Sassenberg erstmalig ein Wohnangebot für Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen wird. Für die jungen Erwachsenen bleiben aufgrund der räumlichen Nähe die Kontakte zu Familie und Freunden erhalten. Zudem möchten wir ein Zeichen setzen, um auch Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zum hart umkämpften Wohnungsmarkt zu ermöglichen und Wohnwünsche zu realisieren."
Die Gesamtkosten für das barrierefreie Bauvorhaben liegen bei knapp 2,6 Millionen Euro. "Gerade Menschen, die besonders viel Unterstützung im Alltag brauchen, sollen mit unserem Programm neue Chancen auf eine eigene Wohnung bekommen," erklärt Annette Schmidt, Geschäftsführerin der SeWo gGmbH. Wo früher ein Heim oft die einzige Möglichkeit gewesen sei, könnten Menschen mit einer schweren Behinderung heute bei entsprechender Unterstützung in den eigenen vier Wänden leben.
Für die Haustechnik rechnet die SeWo mit rund 600.000 Euro, davon etwa 85.000 Euro für die zusätzliche behindertengerechte Ausstattung. Darunter fallen etwa elektrische Türantriebe und eine programmierbare Umfeldsteuerung. Dafür wird modulare Technik eingesetzt, die sich den Mieter:innen anpasst, nicht umgekehrt: Basisfunktionen wie etwa Sprachsteuerungsassistenten oder eine dem Tag-Nacht-Rhythmus angepasste Beleuchtung können je nach individuellem Bedarf und im zeitlichen Verlauf erweitert werden. Am Haus werden außerdem E-Ladesäulen installiert. Löb: "Wir kombinieren schlaue Technik mit guter Nachbarschaft, die nicht immer von selbst kommt, sondern die wir mit so genannten Quartiersgestaltern und -gestalterinnen fördern."
Um den neuen Bewohner:innen das Ankommen zu erleichtern und die Teilhabe an Angeboten in Sassenberg zu eröffnen, fördert das SeWo-Programm die Quartierseinbindung mit 70.000 Euro. Lena Ostholt wird die Mieter:innen als Quartiers- und Teilhabegestalterin unterstützen. Ein Gemeinschaftsraum im neuen Wohnhaus bietet Platz für gemeinsame Aktivitäten.
Der Caritasverband Warendorf wird im Neubau ein Service-Büro einrichten, das Unterstützungsleistungen für die Mieter:innen anbietet. "Das selbstständige Wohnen wird in Kombination mit solch einer persönlichen Unterstützung überhaupt erst möglich", so Herbert Kraft, Vorstandssprecher des Caritasverbands im Kreisdekanat Warendorf. "Die Kooperation der SeWo mit dem Caritasverband bietet den neuen Mieterinnen und Mietern einen sicheren Rahmen für die eigene Lebensführung und unterstützt sie im Alltag."
"Ich freue mich sehr auf den Einzug und eine eigene Wohnung", sagt Lena Schmitfranz, die nach Fertigstellung in das neue Wohnhaus einziehen möchte. "Besonders toll ist, dass ich alles zu Fuß erreichen und meinen Alltag und meine Freizeit so selbstständiger gestalten kann."
Das neue Apartmenthaus bietet Platz für vierzehn Mieter:innen. Hier die Vorderseite.
Foto: SeWo
Neben Einzel- und Doppelapartments wird das Haus auch über einen Gemeinschaftsraum verfügen. Ansicht der Gebäuderückseite.
Foto: SeWo
Herzstück des Neubaus ist smarte Technik, die sich dem individuellen Bedarf der Mieter:innen anpasst.
Foto: SeWo
Pressekontakt
Hannah Pöppelmann-Reichelt, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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