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10.05.21 | Kultur "Gartenvielfalt" ist Projekt der UN-Dekade

LWL-Freilichtmuseum Detmold erhält Auszeichnung

Freuen sich über die Auszeichnung (v. l.): Saatguttechnikerin Margret Blümel, Landschaftsökologin Agnes Sternschulte und Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen.<br>Foto: LWL/Jähne

Freuen sich über die Auszeichnung (v. l.): Saatguttechnikerin Margret Blümel, Landschaftsökologin Agnes Sternschulte und Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen.
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Detmold (lwl). Erst vor Kurzem ist das LWL-Freilichtmuseum Detmold als erstes Freilichtmuseum weltweit Mitglied der Globalen Koalition für Artenvielfalt der Europäischen Kommission geworden. Nun wurde das Engagement für mehr Biodiversität im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) von der UN gewürdigt. Das Projekt Gartenvielfalt, das bereits 2011 initiiert wurde und sich die Erhaltung alter Pflanzenarten und -sorten zum Ziel gesetzt hat, wurde als offizielles Projekt der "UN-Dekade Biologische Vielfalt" ausgezeichnet.

Ziel der UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland ist es, möglichst viele Menschen für den Schutz und den Erhalt der Biodiversität zu begeistern. "Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, denn sie zeigt noch einmal, dass wir hier im Museum einen ganz wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten", erklärt LWL-Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen. LWL-Landschaftsökologin Agnes Sternschulte ergänzt: "Unter anderem durch die rapide Abnahme von Nutzgärten in den vergangenen 20 Jahren sind auch viele Kulturpflanzensorten und ein Stück biologische Vielfalt verloren gegangen." Um diesem Kulturpflanzenschutz etwas entgegen zu setzen, hat das LWL-Freilichtmuseum 2011 ein Modell- und Demonstrationsvorhaben initiiert, das untersuchte, inwieweit die Arten- und Sortenvielfalt in den ländlichen Gärten der Region erhalten und verbessert werden kann. "Bei dem durch das Bundeministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projekt ging es nicht nur darum, alte Sorten zu finden und im Museum zu vermehren, sondern vor allem auch darum, diese Sorten an Interessierte abzugeben", so Sternschulte. Es entstand ein Netzwerk aus rund 300 Pflanzenpat:innen. Über 200 "neue" alte Sorten konnte das Museum in seinen Bestand aufnehmen und über das Netzwerk wieder in die Gärten der Region bringen, allein 14 Varianten der "Lippischen Palme" einer hochstämmigen Grünkohlsorte.

Seit 2018 hat das Museum die Netzwerkarbeit mit einem starken Partner auf eine noch breitere Basis gestellt: ProSpecieRara Deutschland hat die im Museum vermehrten Sorten in seinen Sortenfinder aufgenommen, wo sie gegen eine kleine Gebühr für alle zugänglich bestellt werden können: http://www.prospecierara.de/pflanzen/sortenfinder.html

Allein 14 Varianten der Lippischen Palme, einer hochstämmigen Grünkohlsorte, werden im LWL-Freilichtmuseum Detmold vermehrt.<br>Foto: LWL/Klein

Allein 14 Varianten der Lippischen Palme, einer hochstämmigen Grünkohlsorte, werden im LWL-Freilichtmuseum Detmold vermehrt.
Foto: LWL/Klein

Pressekontakt

Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Ruth Lakenbrink, LWL-Freilichtmuseum Detmold, Tel. 05231/706-110

presse@lwl.org

LWL-Freilichtmuseum Detmold

Westfälisches Landesmuseum für Alltagskultur
32760 Detmold

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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