13.04.21 | Kultur Die Windmühle im Hagener Freilichtmuseum des LWL zieht um
Stellen den neuen Standort für die Mühle vor (v.l.): Klaus Baumann (Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung), LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Direktor Matthias Löb, Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Museumsleiter Dr. Uwe Beckmann.
Foto: LWL/Wenning-Kuschel
Die Windmühle stand bisher nicht innerhalb des LWL-Freilichtmuseums, sondern auf einem Hügel vor dem Museumseingang. Was beim Aufbau der Windmühle als bautechnisch geeignet zum Erhalt der Mühle galt, hat sich inzwischen als problematisch herausgestellt. Vor einigen Jahren zeigte sich, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Sockel und an der Holzkonstruktion der Windmühle nötig sein würden.
"Wir wollen die notwendige Sanierung nutzen, um der Mühle nicht nur ein Facelifting zu geben, sondern sie bekommt auch einen spektakulären Platz am oberen Ende des Museums", so LWL-Direktor Matthias Löb. "Sie wird also in doppelter Hinsicht zu einem echten Höhepunkt des Museumsbesuchs. Oder in der Mühlensprache: Sie wird künftig deutlich "mehr Wind" machen." Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz sagte: "Ich freue mich, dass im Hagener LWL-Freilichtmuseum so viel Neues entsteht."
In der Nähe vom Haus Letmathe, dem ehemaligen Restaurant, wird die Mühle von einem niederländischen Mühlenbaubetrieb restauriert und wiederaufgebaut. Das geschieht im Laufe des Sommers. Das Richtfest ist für August geplant. Unterdessen können die Besucher:innnen die Baufortschritte des seltenen Mühlenaufbaus beobachten. "Zum Saisonbeginn 2022 sollen sich die Flügel der Mühlen wieder in voller Pracht über dem Museum drehen", so Löb.
In das neue Fundament der Windmühle wurde die traditionelle "Zeitkapsel" für die Nachwelt eingemauert. Diese Zeitkapsel ist gefüllt mit einer Tageszeitung, einem Ausdruck des Baubeschlusses, Fotos vom alten und vom neuem Standort, eine Luftbildaufnahme des Museums mit Markierungen des alten wie des neuen Standortes, einigen Architekturzeichnungen und Bauplänen und der 2021er Jahresmedaille des LWL-Freilichtmuseums Hagen mit Windmühlenmotiv.
Hintergrund
Für ein technikhistorisches Museum wie das LWL-Freilichtmuseum Hagen hat eine Windmühle noch größere Bedeutung als für andere Freilichtmuseen. Sie ist ein Beleg für vorindustrielle, ingenieurwissenschaftliche Technik und ein wichtiges Beispiel für regenerative Energien in der Technik-Geschichte. Die Windmühle steht als einziges Exponat des Freilichtmuseums für diese historisch wichtige Form der vorindustriellen Energiegewinnung durch Windkraft. Sie ergänzt die anderen im LWL-Freilichtmuseum Hagen präsentierten Energiequellen wie Wasser- und Dampfkraft.
Geschichte der Windmühle
Ursprüngliche Herkunft + Baujahr:
Minden-Lübbecke, ca. 1850
Erster Aufbau im Freilichtmuseum: 1965
Translozierung 2021: Abbau im Frühjahr, Restaurierung in den Niederlanden, Wiederaufbau im Sommer 2021 am neuen Standort, Richtfest im August, Fertigstellung und Inneneinrichtung zum Saisonstart 2022.
Alle Bauabschnitte des Projektes werden dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins des Freilichtmuseums filmisch dokumentiert.
Die Zeitkapsel wird im Fundament der Mühle eingemauert: Oberbürgermeister Erik O. Schulz, LWL-Direktor Matthias Löb, der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Klaus Baumann, Museumsleiter Dr. Uwe Beckmann, LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.
Foto: LWL/Wenning-Kuschel
Die Windmühle vor der Sanierung an ihrem alten Platz.
Foto: LWL
Die Windmühle zieht von ihrem wenig beachteten bisherigen Platz (siehe Kreis) an einen spektakulären Ort im oberen Bereich des LWL-Freilichtmuseums (siehe Pfeil) um.
Foto: LWL
Das Fundament wartet bereits am neuen Standort auf den Umzug der Mühle.
Foto: LWL
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
LWL-Freilichtmuseum Hagen
Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und TechnikMäckingerbach 58091 Hagen-Selbecke Karte und Routenplaner
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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