31.03.21 | Kultur Spurensuche nach jüdischem Leben in Westfalen startet
25 Schulen und Bildungseinrichtungen nehmen am Projekt "Jüdisch hier" teil!
Schüler begeben sich auf mediale Spurensuche im Projekt "Jüdisch hier".
Foto: LWL/Neier
25 schulische und außerschulische Projekte können sich mit Unterstützung des LWL-Medienzentrums auf Spurensuche nach jüdischem Leben in Westfalen begeben. Dabei zeichnet sich eine Vielfalt von Ideen, Schulformen sowie eine große regionale Bandbreite ab. Von Bochum im Ruhrgebiet bis Beverungen an der Weser, von Gronau an der niederländischen Grenze bis Attendorn im Sauerland werden sich Kinder und Jugendliche mit dem Judentum gestern und heute in Westfalen beschäftigen. Neben Gymnasien, Real- und Sekundarschulen gehören auch Berufskollegs, Förderschulen, außerschulische Bildungseinrichtungen und eine Grundschule zu den ausgewählten Projektschulen.
Auch thematisch decken die Ideen eine große Bandbreite ab. "Die Gruppen haben sich mit vielen tollen Ideen bei uns gemeldet. Dass das Thema trotz Pandemie und Distanzunterricht auf so viel Interesse stößt, ist ein gutes Zeichen", sagt Projektkoordinatorin Marita Bräker. "Besonders freut mich dabei, dass es viele Projekte gibt, die den Bezug zum aktuellen und heutigen jüdischen Leben herstellen." Mehrere Schulen suchen den Kontakt zu jüdischen Gemeinden vor Ort, beschäftigen sich mit der örtlichen Synagoge und führen Interviews mit Jugendlichen und weiteren Angehörigen der Gemeinde. Andere Gruppen zeichnen eine Graphic Novel oder nehmen ein Radiofeature zum Leben eines jüdischen Stadtbewohners auf. Weitere Schüler:innen erstellen einen virtuellen Stadtrundgang mit der App Biparcours von Bildungspartner NRW oder drehen einen Kurzfilm zur aktuellen Antisemitismus-Problematik.
Die Ergebnisse der Recherche dokumentieren die Gruppen in Medienprodukten wie Videos, Hörspielen oder Fotostrecken. "So sollen mediale Eindrücke aus ganz Westfalen zu jüdischem Leben entstehen, die auf der Projektwebsite http://www.juedischespuren.lwl.org sowie einem Instagram-Kanal gesammelt und präsentiert werden", erläutert Bräker.
Hintergrund
Das Projekt "Jüdisch hier - mediale Spurensuche in Westfalen" ist eingebunden in das bundesweite Festjahr #2021JLID, das der Verein "321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V." mit seiner Geschäftsstelle in Köln organisiert und koordiniert. Gemeinsam mit dem Verein fördert auch die LWL-Kulturstiftung das Projekt als eines von 24 Projekten im Rahmen des Förderschwerpunktes "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".
Von April 2021 bis April 2022 haben die Projektgruppen Zeit, ihre Ideen umzusetzen. Unterstützt werden sie dabei von zahlreichen Bildungspartnern in Westfalen wie Archiven, Gedenkstätten, Museen, jüdischen Gemeinden und Initiativen. Zur praktischen Anleitung bei der Gestaltung der Medienprodukte stehen eine Reihe von kommunalen Medienzentren bereit. Wann die Projekte anlaufen, entscheidet jede Gruppe selbst. Einige Gruppen wollen direkt nach den Osterferien starten.
Schulen und außerschulische Projektgruppen, die am Projekt "Jüdisch hier - mediale Spurensuche in Westfalen" teilnehmen
Attendorn, Rivius Gymnasium
Beverungen, Gymnasium Beverungen
Bochum, Neues Gymnasium Bochum
Bochum, Else-Hirsch-Schule
Bochum, Grundschule Auf dem Alten Kamp
Bochum, Hildegardis-Schule Bochum
Bönen, Marie-Curie-Gymnasium
Borken, Montessori Gesamtschule
Coesfeld, Städtisches Heriburg-Gymnasium Coesfeld
Detmold, Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium
Dortmund, Max-Born-Realschule
Dortmund, Immanuel-Kant-Gymnasium
Gelsenkirchen, Schalker Gymnasium Gelsenkirchen
Gladbeck, Heisenberg-Gymnasium
Gronau, Verbundprojekt: Eine übergreifende Projektgruppe aus vier Schulen (Gesamtschule Gronau / Euregio Gesamtschule Epe / Fridtjof-Nansen-Realschule / Werner-von-Siemens-Gymnasium)
Hagen, Wilhelm-Busch-Schule Hagen
Hamm, Märkisches Gymnasium Hamm
Herten, Achtenbeckschule
Iserlohn, Friederike-Fliedner Berufskolleg
Lemgo, Realschule Lemgo
Münster, Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium
Steinheim, Städtisches Gymnasium Steinheim
Verl, Jugendaustauschwerk im Kreis Gütersloh e.V. - Droste-Haus
Werne, Marga-Spiegel Sekundarschule
Witten, Comenius Berufskolleg
Das Projekt "Jüdisch hier" verbindet interkulturelles Lernen mit der Förderung von Medienkompetenz.
Foto: LWL/Zuther
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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